#zähne

Ik ben ziek

Zurück aus dem Urlaub und – ganz toll – krank. Während der Urlaub toll war, hat es mich krankheitstechnisch die letzten zwei Tage voll erwischt: das ganze Programm von Erkältung über Fieber bis Zahnschmerz. Dass sich der ganze Spaß entzündet hat, ist natürlich Ehrensache. Und wie mir eben von der Zahnärztin meines Vertrauens offenbart wurde, wird mir darüber hinaus nun auch die Ehre einer Wurzelkanalbehandlung zu Teil, was – wenn ich den Wikipedia-Eintrag richtig interpretiere – ein großer Spaß werden dürfte. Wünschen Sie mir Glück, hier geht’s derweil wie gewohnt weiter sofern ich die nächsten Stunden überlebe.

The Missing Link

Seit Jahren gibt uns die Werbeindustrie einen Leitfaden zum Zähneputzen an die Hand:

Morgens Aronal, Abends Elmex.

So einfach kann die Welt sein. Zumindest wenn man die allgemeine Lehrmeinung westlicher Zahnärzte wissentlich ignoriert und sich nur zwei Mal am Tag die Zähne putzt.1 Doch das kann ja auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein und spätestens zur halbjährlichen Kontrolle bekommt man dann in Form einer Ermahnung des Zahnarztes die Konsequenzen aufgedrückt. „Aha, Herr Grund, haben sie sich etwa nur Morgens und Abends die Zähne geputzt? Schämen Sie sich, Sie Unhold!“

Als langjähriger Aronal– und Elmex-Kunde bin ich mir der Gefahr der Ermahnung natürlich bewusst und habe ein ausgeklügeltes System entwickelt, das mir ermöglicht, meine Zähne auch zur Mittagszeit zu pflegen: ich wechsele Mittags täglich zwischen beiden Pasten. Leider jedoch versagt mein System so ziemlich jedes Wochenende, weil mein Kater-Ich sich partout nicht daran erinnern will, welches Produkt heute anzuwenden wäre. Verzweifelung mischt sich zur Fahne; ich greife wahrscheinlich zur falschen Zahnpasta.

Dabei wäre eine Lösung des Problems so einfach und ökonomisch so rentabel2: Die Aronal- und Elmex-Produktpalette muss um eine dritte Zahnpasta erweitert werden, die sich dem hartnäckigen Kampf der mittäglichen Zahnzerstörer widmet. Doch warum hat Aronal- und Elmex-Hersteller GABA Deutschland dieses fehlende Bindeglied noch nicht in die hiesigen Badezimmer gebracht? Als Fuchs, der ich bin, bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass den Machern nur ein passender Produktname für Zahnpasta X fehlt.

Hier kommt ihr, liebe Leser, ins Spiel: Postet eure Namensvorschläge für den Missing Link zwischen Aronal und Elmex in die Kommentare!3

Der beste Vorschlag wird von mir mit einem Doppelpack prämiert. Selbstverständlich handelt es sich bei dieser kleinen Aktion nur um einen kleinen, privaten Spaß, der nichts mit dem Aronal- und Elmex-Hersteller zu tun hat. (Also bitte nicht verklagen.)

  1. Tatsächlich putzt man sich die Zähne – richtig! – nämlich drei Mai am Tag. Und zwar nicht hintereinander, sondern nach einem überaus komplexen System, dessen Erklärung an dieser Stelle den Rahmen sprengen würde. []
  2. Nein, der Wechsel zur eintubigen Konkurrenz stellt keine Option dar. []
  3. Limpis Vorschläge Eronal und Almex sind aus offensichtlichen Gründen disqualifiziert. []

Zucker in der Jugend, faule Zähne im Alter

Mit meinen Zähnen hatte ich eigentlich noch nie Probleme. Wenn nicht gerade äußere Gewaltanwendung die Ursache der Schmerzen war, dann wüsste ich nicht, wann ich mal richtige Zahnschmerzen gehabt haben sollte. Dies, liebe Leserinnen und Leser, sollte sich am vergangenen Freitag schlagartig ändern: Auf dem Nachhauseweg vom Campus bemerkte ich „leicht drückende“ Schmerzen. Bis ich zuhause war, sollte es jedoch immer stärker werden. Abend und Nacht waren schmerztechnisch nicht weiter erwähnenswert.

Aber zu früh gefreut. Beim Aufstehen fiel ich in ein tiefes, einem jeden Zahnarzt Freudentränen in die Augen treibendes Loch aus Schmerz und pochen. Der Übeltäter war schnell ausgemacht: Nummer 22, das Arschloch, verdirbt mir jegliche Freude am Essen und am Wochenende. Nein, das macht ganz und gar keinen Spaß – ich will nur noch ne Flasche Whiskey zum Zahnarzt!

Zahnärzte(helferinnen) hier, die mich mit schmerzlindernden Tipps versorgen wollen?

Saturday Night Adventure

Stellt euch folgende Situation vor: Gegen 3:30 Uhr Nachts verlasst ihr eine Party. Während ihr an der Straße auf euer Taxi wartet, findet ihr euch in einem dieser Wortgefechte wieder, die in unserem Alter schon mal ausgetragen werden müssen. Unvermittelt plötzlich spuckt ihr Blut, Kopf küsst Asphalt, eure Brille ist kaputt (sofern ihr Brillenträger seid) und der linke Schneidezahn geht in die Geschichte ein. Was nun? Ärztlicher Support wäre ganz nett…

Die Welt, wie sie sein sollte: Per Taxi geht’s ins Krankenhaus. Dort bezahlt man euer Taxi (wie zum Beispiel in England üblich) und ihr werdet von einer gutaussehenden Ärztin um eure Schmerzen gebracht. Schließlich geht’s zum zahnärztlichen Notdienst, der rund um die Uhr geöffnet hat, wo dem halben Zahn eine provisorische Krone verpasst wird, damit ihr nicht ausseht wie der Schläger vom Dienst. Um 5:00 Uhr bekommt ihr zuhause euren wohlverdienten Schlaf und am nächsten Morgen geht’s zur weiteren Behandlung zum Zahnarzt.

Die Welt, wie sie ist: Per Taxi geht’s ins Krankenhaus; ihr seid 20 Euro leichter. Es geht Richtung Notaufnahme, wo ihr einer gnomhaften Schwester euer Leid und eure Schmerzen klagt – die höllischen Kopfschmerzen (Aua, der Asphalt!) nicht zu vergessen! „Nein, dafür sind wir hier nicht zuständig!“ entgegnet euer unfreundliches Gegenüber. „Na, wer denn dann? Ich habe Schmerzen!“ eure Antwort. „Wenn sie jetzt nicht gehen, müssen wir die Polizei rufen und sie bekommen Hausverbot!“ Hausverbot im Krankenhaus ist natürlich ne üble Sache. Ja, hier kommt ihr nicht weiter. Erst mal per Auskunft beim zahnärztlichen Notdienst anrufen, der zu eurer freudigen Überraschung erst um 10:00 Uhr Morgens öffnet. Alternative: Nächste Klinik in der nächst größeren Stadt aufsuchen (wäre man Hartz-IV-Empfänger müsste man sich spätestens jetzt von dem ollen Schneidezahn verabschieden, denn das Taxi wäre schlicht unbezahlbar). Das Zauberwort heißt Uniklinik, wo euch nach Abgabe weiterer 10 Euro endlich – mittlerweile sind es 8:00 Uhr – geholfen wird: es gibt Schmerzmittel und neben der Versiegelung eures halben Zahns wird euch eine leichte Gehirnerschütterung diagnostiziert. Schlussendlich werdet ihr aber auch hier an den zahnärztlichen Notdienst verwiesen, der natürlich auch etliche Kilometer entfernt ist. Um 10:00 Uhr trefft ihr beim zahnärztlichen Notdienst ein, wartet eine halbe Stunde im Wartezimmer, eine weitere im Behandlungszimmer und gegen 11:30 Uhr verlasst ihr die Praxis mit einem Röntgenbild eurer Zähne. Nicht mehr, nicht weniger. Montag sollt ihr wiederkommen. Nun aber noch zur Apotheke um weitere Schmerzmittel zu erwerben und schließlich ist man um 13:00 Uhr zuhause. Gute Nacht.
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Leider ist es mir heute genauso ergangen. Zahn fehlt, Kopfschmerz und die Hand hat wohl auch was abgekommen. Nun gut. Dass ich aber eine 10-stündige Odyssee auf mich nehmen musste, um irgendwie ärztlich behandelt zu werden – was im Endeffekt jedoch nicht wirklich was gebracht hat – ist eine Frechheit. Vor allem während der Verantwortliche in dieser Zeit sein Bett vollgefurzt hat. But hey, that’s life … isn’t it?