#überwachung (52)

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Sascha Lobo: Die digitale Kränkung des Menschen

Guter Lobo-Text aus der FAS darüber, wie die Überwachung durch NSA & Co. die Utopie des Webs zerstört hat. Was mich allerdings wirklich schockiert sind die mehr oder weniger aggressiven Leserkommentare von ach so belesenen Bildungsbürgern dazu. Entweder verstehen die nämlich das Ausmaß von Snowdens Enthüllungen nicht (denn: Internet ≠ WWW) oder propagieren gleich, dass „Freiheit“ keine „Unbeobachtung“ garantiere. Mit den FAZ-Kommentatoren solchen Mitmenschen im Blick muss Lobo dann auch folgenden, sehr wahren Satz geschrieben haben:

Es gibt in Deutschland nur zwei Arten von Menschen, die, deren Leben das Internet verändert hat, und die, die nicht wissen, dass das Internet ihr Leben verändert hat.

Iron Maiden tracks down pirates and gives them concerts

[U]nauthorized file-sharers are in fact the music industry’s best customers. So, instead of hunting down these pirates for lawsuits, it may be more rewarding to play for them. The English heavy metal band Iron Maiden is doing just that. The veteran musicians use the services of music analytics company Musicmetric which allows them to see where their albums are most pirated.

Update, 30.12.2013: Zu schön um wahr zu sein – die Story war ein Fake.

Iron Maiden Tracks Down Pirates.... And Gives Them Concerts? (Updated) * TorrentFreak | OpenGraph Preview Image
torrentfreak.com

Iron Maiden Tracks Down Pirates.... And Gives Them Concerts? (Updated) * TorrentFreak

For more than a decade piracy has been a hot topic in the music industry. While some of the major labels have tried to eliminate the problem by taking pirates to court, English heavy metal band Iron Maiden has taken a more positive approach to the phenomenon. Instead of hunting down pirates for l...

Andrea Voßhoff wird neue oberste Daten“schützerin“

Andrea Voßhoff wurde heute zur neuen Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit gewählt. Die Mini-Opposition bezeichnet Voßhoff zu Recht als Fehlbesetzung, was vor allem in Hinblick auf ihre bisherige netzpolitische Vita deutlich wird:

Die vom Bundesverfassungsgericht gestoppte Vorratsdatenspeicherung: Andrea Voßhoff war dafür. Die Internetsperren: Voßhoff war dafür. Die Online-Durchsuchung, bei der mit einem speziellen Programm die Computernutzung von Verdächtigen aufgezeichnet wird: Voßhoff stimmte dafür. Das umstrittene und letztlich gekippte Acta-Abkommen: Voßhoff verteidigte es.

Ihr Vorgänger Peter Schaar musste den Posten nach zehn Jahren leider räumen und bekleidet nun ein neues Amt Blog.

Update, 21.12.2013: And there we go: Neue Datenschutzbeauftragte verteidigt Vorratsdatenspeicherung.

Jeff Jarvis fordert Hippokratischen Eid für Informatiker

Computer and data scientists are the nuclear scientists of our age, proprietors of technology that can be used for good or ill. They must write their own set of principles, governing not the actions of government´s spies but their own use of power when they are asked by those spies and governments — as well as their own employers — to violate our privacy or use our own information against our best interests or hamper and chill our speech. They must decide what goes too far. They must answer that question above — whose side are you on? I suggest a technologists´ Hippocratic oath: First, harm no users.

(Den übersetzten Text gibt’s auch auf der Webseite einer überregionalen deutschen Wochenzeitung, aber wenn ich daraus einen Absatz zitiere, nehmen die mir nachher – Stichwort Leistungsschutzrecht – noch Haus und Hof weg.)

Update, 19.12.: Hier noch ein bisschen LSR-Follow-Up.

Die Vorratsdaten-Verräter

Richard Gutjahr über die „immer mieseren Tricks und Täuschungsmanöver [mit denen] CDU/CSU und SPD die vom Bundesverfassungsgericht gekippte Vorratsdatenspeicherung wieder einzuführen [versuchen]“. Vor allem den Zugriff auf die Bestandsdaten hält Gutjahr für problematisch:

Gerade der ungebremste Zugriff staatlicher Behörden auf die Datenbanken privater Internet- und Telekommunikationsserviceanbieter erweist sich dabei als fatal. Von einem Recht auf informationelle Selbstbestimmung, wie es das Bundesverfassungsgericht im Jahr 1983 verkündet hatte, kann heute, 30 Jahre später, keine Rede mehr sein.

Merkel wird bereits seit 2002 überwacht

Außerdem:

Der Special Collection Service unterhält in der Berliner Botschaft der USA am Pariser Platz eine nicht legal angemeldete Spionagedependance. Dort überwachen Mitarbeiter der NSA und der CIA mit modernen Hochleistungsantennen Kommunikation im Regierungsviertel.

Sowas hab ich schon mal gewitzelt, wenn ich vor der Botschaft stand, weil das ja eigentlich zu offensichtlich ist. Schön, dass die Realität immer mehr zum Witz wird und das keinerlei Konsequenzen hat. (via 1337core)

NSA sammelt in der Cloud gespeicherte Adressbücher

Berichtet die Washington Post heute basierend auf neuen Snowden-Leaks. Dabei werden täglich knapp 700.000 Kontaktlisten aus diversen Chat- und Email-Diensten dem Datenbestand der NSA hinzugefügt, damit diese ein Abbild eures Bekannten- und Freundeskreis hat und ganz genau weiß, wer mit wem und so.

Für diejenigen, die langsam und verständlicherweise den Überblick verlieren, hat @mkalina das ganze Elend nochmal zusammengefasst (hint: alles was geht, wird auch gesammelt):

Also, nochmal: Die NSA sammelt Vorratsdaten, zapft Google, Apple, und Facebook an, arbeitet mit Microsoft direkt an der Speicherung von Skype-Gesprächen und an der Umgehung von E-Mailverschlüssellung, erweitert seine gigantischen Lager an Metadaten aller E-Mails täglich, kann vielleicht sogar Verschlüsselungsstandards wie https umgehen, spioniert den internationalen Verkehr von Kontodaten aus, hört bei Smartphones und liest bei SMS mit und fügt täglich knapp 700.000 einzelnen Personen zugeordnete und somit ein soziales Netzwerk bildende Adressbücher ihrem Speicher hinzu.