#twist

Bester Wahlwerbespot so far

Bisher habe ich hier ja nur für die Piratenpartei geworben. Weil ich ganz klar mit denen sympathisiere und weil ich deren Werbespots bisher am gelungensten, da am ehrlichsten, fand. Nun aber kommt die Verräterpartei1 mit dem meiner Meinung nach bisher besten Spot um die Ecke, der den gemeinen Wähler mit einem M. Night Shyamalan-würdigen Twist überrascht und immerhin zum Denken anregt.2


(YouTube Direkttwist, via)

Update: Wie anonym und Andi in den Kommentaren anmerken, ist die Idee zum vor- und rückwärts les- und spulbaren Text von „La Verdad“ für Lopez Murphy geborgt. Danke für den Hinweis.

  1. Terminologie frei nach Fefe. []
  2. Was toll ist, weil ihr Koalitionspartner, die schwarze Pest (vgl. Fußnote 1), ja lieber auf einen praktisch nicht stattfindenden Wahlkampf setzt, damit möglichst viele Wählerinnen und Wähler überhaupt mitbekommen, dass irgendwas gewählt werden kann und am 27.9. nur die schwarzen (und ihretwegen auch gelben) Schafe zu den Wahlcomputern Wahlurnen rennen. []

Das dynamische Duo

Damit ich die 51 Kinobesuche von 2008 in diesem Jahr noch toppen kann, sind die Freundin und ich Neujahr direkt ins Kino marschiert. Und seien wir ehrlich: nach diesem grausigen Paradebeispiel für „Exkrementenkino“ (SEO-Battle anyone?) hätte mich jeder Film versöhnlich gestimmt, bei dem die Schauspieler zwei Sätze fehlerfrei vortragen können. Wenn es sich dabei dann auch noch um die Altherren Al Pacino und Robert De Niro handelt – noch besser. Nachdem die beiden also vor dreizehn Jahren in Heat das erste Mal aufeinander trafen, ist es nun mit Jon Avnets Serienkiller-Hatz Kurzer Prozess – Righteous Kill zum dritten Mal soweit.

Rooster (Pacino) und Turk (De Niro) sind zwei Cops, die im Normalfall zwar kurz vor ihrer Pension stehen würden, tatsächlich aber viel zu sehr an ihrem Job hängen, um die Verbrecherjagd schon aufzugeben. Bei ihrem letzten großen Fall sind sie einem Serienkiller auf den Fersen, der für die beiden Polizisten sympathischer kaum sein könnte: er tötet die Verbrecher, die ihnen spätestens im Gerichtssaal durch die Lappen gegangen sind. Kaum verwunderlich, dass zwei jüngere Detectives einen Selbstjustiz verübenden Polizisten hinter den Morden vermuten und schon bald den aufbrausenden Turk verdächtigen…

Natürlich kommt alles anders und endet mit einem nicht allzu spektakulären, aber durchaus netten Twist. In der Zwischenzeit ist der Film leicht verwirrend, etwas zu dialoglastig und beschäftigt sich zur sehr mit belanglosen Kleinigkeiten. Dennoch: es ist eine Freude Pacino und De Niro beim Spielen zuzusehen, wenngleich sie die Cop-Rolle fast schon zu routiniert abarbeiten. Unterm Strich also nicht der großartige Film, der sich mit dem Gespann hätte realisieren lassen, aber immer noch solide, gute Unterhaltung.

EMDb – Rating: 3/5

Antisuperheld

Pünktlich am Freitag habe ich mir das vermeintlich beste angesehen, was die Filmbranche diese Woche zu bieten hat: Hancock, „der neue Will Smith-Film“. Darum geht’s: Will Smith ist John Hancock, ein Superheld, der nicht weiß, wer er ist und wo er herkommt, weshalb er seine Zuflucht im Alkohol gefunden hat. Nicht gerade verwunderlich, dass er bei seinen „Missionen“ dementsprechend die halbe Stadt verwüstet und Passanten anpöbelt. Als er jedoch dem PR-Berater Ray das Leben rettet, revanchiert dieser sich, indem er Hancocks Image aufbessert: Entzug und Knastaufenthalt solange bis die Bevölkerung ihn wegen der steigenden Kriminalitätsrate vermissen wird. Nach seiner 180°-Drehung trägt Hancock ein Superhelden-gerechtes Outfit und rettet verlässig Menschenleben. Doch dann betritt ein weiterer Superheld die Bühne…

Zuallererst: wer jetzt vermutet, dass es sich bei der zweiten Figur mit Superkräften um einen Bösewicht handelt, den muss ich leider enttäuschen, denn in Hancock gibt es praktisch keinen Bösewicht. Hanock hat keinen Erzfeind (!) – für einen Superhelden-Film ein absolutes No-go. Der einzige Gegner ist ein Kleinganove, der ihn zufällig in einem schwachen Moment trifft, und beim zweiten Superhelden handelt es sich um einen alten Bekannten, der ihn über seine Herkunft aufklärt.1 Lang-wei-lig. Die paar Actionszenen, die der Film zu bieten hat, wurden alle schon im Trailer verbraten, so dass auch hier nicht wirklich Stimmung aufkommen kann. Einzig und allein die komödiantischen Elemente retten Hancock vor dem Totalausfall.

Wer also einen guten Superhelden-Film sehen will, muss sich anderweitig bedienen, und Action gibt’s auch keine. Wer einen „netten“ Antihelden erwartet, wird zwar nicht völlig enttäuscht, wünscht sich aber zu jeder Zeit Billy Bob Thorntons Bad Santa-Performance herbei. Was bleibt? Wenn ihr euch die ganzen 92 Minuten geben wollt, nicht viel. Wenn ihr nach 60 Minuten aus dem Kino rennt, könnt ihr einen schönen Abend haben.

EMDb – Rating: 1,5/5

  1. Für Kenner des Films liest sich das was komisch, aber ich wollte möglichst spoilerfrei bleiben. []

Wie man in den Wald ruft…

Wenn M. Night Shyamalan einen neuen Film veröffentlicht, dann – das sollte mittlerweile auch im unerschlossensten Winkel der Erde jedermann wissen – erwartet den gemeinen Zuschauer eine Story with a twist. In The Happening sieht das (fast) nicht anders aus. Hier werden wir zwar schon in der Mitte des Geschichte mit der Nase auf diesen großartigen, bereichernden Twist hingewiesen, der aber genau das nicht ist: großartig und bereichernd. Stattdessen bekommen wir hier, Zitat McLee, „absolut unbedeutsame“ 1 ½ Stunden um die Ohren gehauen. Soll heißen: sieht man diesen Film nicht oder würde es ihn gar nicht geben, wäre – bis auf diesen Blogeintrag – praktisch nichts anders. Bedeutungslostigkeit – wahrscheinlich das schlimmste Urteil. Zudem: jeder, absolut jeder Schauspieler in diesem Film ist grottig (Marky Mark hat auch in The Happening nur einen Gesichtsausdruck…), die Charaktere sind dementsprechend – und auch wegen Shyamalans Story – unglaubhaft und lächerlich wie selten zuvor in einer 57 Millionen Dollar Produktion. Kauzige Nebencharaktere, hier allen voran Mrs. Jones, bleiben somit das höchste der Gefühle. Wer trotzdem nicht wiederstehen kann (wie ich, ich wollte ja nicht hören), sollte zumindest bis zum DVD-Release warten, sonst ärgert man sich womöglich noch über sieben in den Sand gesetzte Euro…