Einträge, die mit “netzkultur” getaggt wurden

Megaupload geschlossen, Kim Schmitz verhaftet

Ui, das ging schnell. Wir erinnern uns: Kim Schmitz alias Dr. Kimble alias Kim Dotcom alias Kim Tim Jim Vestor hatte Mitte Dezember langwährende Gerüchte bestätigt, nach denen er hinter dem dubiosen Filehoster Megaupload stehe, und großspurig getönt, dass er es diesmal mit ganz Hollywood aufnehmen werde. Doch wie das Leben halt so spielt, kam das FBI um die Ecke bzw. nach Hong Kong Neuseeland und hat ihn und alle anderen Beteiligten einkassiert, wie Heise und Golem berichten. Das Unternehmen habe einen Schaden1 von rund 500 Millionen US-Dollar angerichtet und soll selbst 175 Millionen damit verdient haben. Nun drohen Kimble & Co. (mal wieder) fünf bis zwanzig Jahre Haft.

Update #1, 20.01.: „Contentmafia lässt europäische Bürger nach US-Gesetzen in Neuseeland verhaften“, Pressemitteilung der deutschen Piratenpartei. Ich sag’s ja.

Update #2, 20.01: Anonymous zeigt Industrie und Behörden, wie toll sie es finden, wenn man sie ihrer Infrastruktur beraubt und legt momentan massenhaft Webseiten von denen lahm. René hat einen ausführlichen Beitrag dazu mit allen News, der Klageschrift usw.

  1. Bei immateriellen Gütern und Raubkopiererei von „Schaden“ zu sprechen, fällt einem alten Piratensympathisanten wie mir natürlich nicht ganz so leicht…
· am veröffentlicht 19.01.2012

@Sweden

Fantastische Idee und defintiv die beste Nutzung eines nationalen Twitter-Accounts:

Every week, someone in Sweden is @Sweden: sole ruler of the world´s most democratic Twitter account. For seven days, he or she recommends things to do and places to see, sharing diverse opinions, and ideas along the way. After that, someone else does the same – but differently.

Hier @Sweden auf Twitter, hier die Seite zum Projekt. (via Fresh Signals)

The Most Pirated Movies and TV-Shows of 2011

Wie schon im letzten Jahr hat TorrentFreak, weiterhin everybody´s favorite filesharing news blog, Top 10-Listen der am häufigsten per BitTorrent heruntergeladenen Filme und TV-Serien zusammengestellt. Und wieder hat das piratische Publikum einen durchwachsenen Geschmack mit Tendenz zum hirnlosen Einheitsbrei bewiesen: So war der vor Testosteron strotzende Autos-/Action-/Frauen-Kracher »Fast & Furious Five«1 der meist geladene Film 2011, dicht gefolgt vom Absturzzelebrationssequel »Hangover 2« und dem miesen Göttergeplänkel »Thor«. Aber immerhin reihen sich dann noch Perlen wie »Source Code« und »Sucker Punch«2 und diesjährige Oscar-Favorites wie »127 Hours« und »The King’s Speech« dazu. Dass Mainstreams Lieblingssequels »Transformers 3« und »Fluch der Karibik 4« es jedoch nicht in die Top 10 geschafft haben, verwundert dann doch.

Rang Film Downloads Weltweite Einnahmen
1 Fast Five 9.260.000 $626.137.675
2 The Hangover II 8.840.000 $581.464.305
3 Thor 8.330.000 $449.326.618
4 Source Code 7.910.000 $123.278.618
5 I Am Number Four 7.670.000 $144.500.437
6 Sucker Punch 7.200.000 $89.792.502
7 127 Hours 6.910.000 $60.738.797
8 Rango 6.480.000 $245.155.348
9 The King’s Speech 6.250.000 $414.211.549
10 Harry Potter 7.2 6.030.000 $1.328.111.219

(Quelle: TorrentFreak – Top 10 Most Pirated Movies of 2011)

Beim Fernsehen beweist die raubkopierende Zunft dann aber etwas mehr Geschmack: Auf »Dexter« folgen da schon die üblichen Verdächtigen, wobei hier vor allem der Fall »Game of Thrones« interessant ist: Mehr Downloads als US-Zuschauer, ein Umstand, der neben HBOs Paywall vor allem der internationalen Verfügbarkeit geschuldet sein dürfte. Denn während die Houses, HIMYMs und TBBTs mittlerweile recht zügig ihren Weg z.B. ins hiesige Abendprogramm finden und selbst »The Walking Dead« nur mit einer Woche Verspätung in etlichen Ländern der Welt ausgestrahlt wird, zeigt sich doch, dass einem beim Festhalten an alten Verbreitungstraditionen potentiell bezahlende Rezipienten3 einmal mehr durch die Lappen gehen.

Rang Serie Downloads Ø US-Zuschauer pro Folge (laut Nielsen)
1 Dexter 3.620.000 2.190.000
2 Game of Thrones 3.400.000 3.040.000
3 The Big Bang Theory 3.090.000 15.980.000
4 House 2.760.000 9.780.000
5 How I Met Your Mother 2.410.000 12.220.000
6 Glee 2.200.000 9.210.000
7 The Walking Dead 2.060.000 7.260.000
8 Terra Nova 1.910.000 9.220.000
9 True Blood 1.850.000 5.530.000
10 Breaking Bad 1.730.000 2.580.000

(Quelle: TorrentFreak – Top 10 Most Pirated TV-Shows of 2011)

Doch generell stellt TorrentFreak einen Rückgang der Downloads fest – zumindest was BitTorrent-Downloads angeht. Gründe dafür sind unter anderem in immer mehr und besseren legalen Alternativen zu sehen. Hulu, Netflix, iTunes und Sender-Apps bieten jedem (amerikanischen) Zuschauer, der gewillt ist, einen kleinen Obolus zu entrichten, die Möglichkeit zeitversetzt fernzusehen, und das sogar einfacher und schneller als die zwielichtigen Downloadportale. Ja, selbst aktuelle US-Serien schaffen es schon mal im O-Ton in ausländische iTunes Stores, so hört man.4

Dennoch sollte und muss da wohl noch einiges passieren. Mit der unmittelbaren Verfügbarkeit neuer US-Serien im deutschen iTunes Store oder bei deutschen Pay-TV-Sendern geht man jedenfalls in die richtige Richtung. Doch sollte man sich vom Schein nicht trügen lassen: Die sinkenden BitTorrent-Downloadzahlen hat man wahrscheinlich den schulhofweit bekannten Streaming-Seiten und – Kim Schmitz lässt grüßen – diversen One-Click-Filehostern zu verdanken, die sich noch nicht so sehr im Kreuzfeuer der Ermittlungsbehörden und Abmahnanwälte befinden.

Nichtsdestotrotz: Es bewegt sich was5 und das ist ja erst mal gut.

  1. Den ich bezeichnenderweise neben »Rango« als einzigen auf der Liste nicht gesehen habe, was ich auch nicht unbedingt vorhabe zu ändern, solange ihr mir jetzt nicht von der Großartigkeit des Films vorschwärmt…
  2. Der Film wurde nach dem Kinobesuch von den uns begleitenden Damen als „frauenfeindlich“ bezeichnet, aber uns Jungs hat Zack Snyders knöchelhoch tiefgehende Männerphantasie zumindest optisch überaus gut gefallen.
  3. Und das heißt nicht unbedingt „aktiv bezahlende“, sondern auch Zuschauer, die durch Werbeunterbrechungen ein Plus in des Studios Kassen spülen würden.
  4. Zum Beispei »True Blood«, das hierzulande für 2,50 pro Folge im O-Ton mit deutschen Untertiteln heruntergeladen werden kann.
  5. Unter anderem der Preis pro Kinobesuch nach oben, was zu einer erneuten Piraterie-Renaissance führen könnte, aber das ist ein anderes Thema…

Kimble is back, again

Kim „Kimble“ Schmitz, New-Economy-Millionär, Hochstapler und RTL-Exklusiv-Type, ist aus der Versenkung zurückgekehrt und legt nun offen, dass er hinter Megaupload steckt, einem dieser dubiosen Rapidshare-Klone. Und standesgemäß legt er sich diesmal mit ganz Hollywood an. Auf diverse SPIEGEL-Anfragen reagierte Schmitz, wie es sich für den großen „Kimperator“ gehört, „mit vulgären Drohungen, die er aber nicht veröffentlicht wissen will“.

Wikipedia-Woche 48

Nach einer Idee von Neven Mrgan hier die Wikipedia-Einträge, die ich mir in der letzten Woche angesehen habe.

  • Zardoz – Ein Sean Connery-Film aus der Post-Bond-Ära von dem ich noch nie gehört habe. Die Bilder machen mir auf jeden Fall eine Heidenangst.
  • Liste von Science-Fiction-Filmen – To-Do-List für 2012.
  • The Wombats – Am Mittwoch waren wir bei nem Konzert von denen (sehr toll!) und vorher habe ich mich mit allen wissenswerten Funfacts ausgestattet.
  • Jasper Fforde – Wurde mir als altem Douglas-Adams-Fan empfohlen und klingt auch überaus vielversprechend. Habe jetzt sein erstes Buch »Der Fall Jane Eyre« geordert und bin schon sehr gespannt.
  • Linkblog – Eventuell hat das was mit koest.lich.es zu tun. Eventuell.
  • Roman Polanski – Zur Sichtung von »Der Gott des Gemetzels« (ganz groß, Tweet-Review hier) wollte ich nochmal in Erfahrung bringen, wie das eigentlich mit Polanskis Haftstrafe aussah.
  • Emmanuelle Seigner – Polanskis Ehefrau.
  • Parti Rhinocéros – „Ziel der Rhinozerospartei waren politische Satire und die Lächerlichmachung der Machthaber, und sie stellte kurios-absurde Forderungen und Wahlversprechen zur Unterhaltung der Öffentlichkeit auf.“

1:0 für die Liebe


Ein sozial-mediales Trauerspiel, ich weiß. Aber ihr habt die Kraft! 😀

Amazon-Bestellhistorie

Der Knuspermagier und Yayayayannick haben’s vorgemacht, ich mach’s (mit einigen Monaten Verspätung) nach: Eine Einkaufsstatistik der letzten Jahre zu everybody’s favorite e-commerce website1 Amazon. Allerdings nur .de; .com und .co.uk wurden von mir nicht berücksichtigt.

Lustig dabei: Man kann erkennen wann ich gut beschäftigt war. Und der Ausschlag 2010 erklärt sich durch einen nagelneuen Fernseher. Und 2011 dürfte spätestens im Dezember noch etwas ansteigen. Ansonsten finde ich mein Bestellverhalten aber mehr als human; das dürfte bei anderen deutlich höher ausfallen (was ja auch okay ist). Aber wie auch immer: Die 300 Dollar, die jeder Neukunde Amazon durch Werbung, Rabatte usw. kostet2, dürfte ich schon längst wieder in Jezz Bezos‚ Taschen zurückgespült haben. Tendenz für die nächsten Jahre und wahrscheinlich den Rest der Zeit steigend.

  1. „e-commerce“. Auch so ein furchtbares Buzzword. Benutzt das eigentlich noch irgendwer ernsthaft? „Ich bin e-commerce-Experte.“
  2. Ich kann gerade keinen belegenden Link für die Zahl finden, aber ich hab das irgendwann mal gelesen. Korrigiert mich, wenn ihr’s besser wisst.

Here’s to the Crazy One


Steve Jobs ist heute im Alter von nur 56 Jahren im Kreise seiner Familie verstorben. Der Gründer und CEO der mittlerweile wertvollsten (Technologie-)Firma der Welt erlag damit seiner jahrelangen Krebserkrankung. Dazu wurde heute von vielen viel lesenswertes und von Medienseite vor allem viel Blödsinn („iGod“) geschrieben und sich gefragt, was nun aus Apple wird. Doch das ist egal, denn wir hatten eine gute Zeit: Steve, Steves Produkte und ich. Danke dafür.

Und jetzt bin ich dafür die Think Different-Kampagne neu aufzulegen und den Werbespot mit Steve Jobs‘ Bild abzuschließen. Finde ich passend und nach allem, was ich über Jobs gelesen habe, vermute ich, dass er sich – zu Recht! – genau da sieht. „Because the people who are crazy enough to think they can change the world, are the ones who do.“

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