#netzkultur (542)

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How Substack makes money from hosting Nazi newsletters

The global publishing platform Substack is generating revenue from newsletters that promote virulent Nazi ideology, white supremacy and antisemitism, a Guardian investigation has found.

Es war ja bereits bekannt, dass Substack eine Nazi-Bar ist. Der Guardian hat das nun noch mal belegt. Wenn ihr also einen eigenen Newsletter betreibt, solltet ihr nun noch einmal darüber nachdenken, das nicht via Substack zu tun.

That said: Ich habe auch noch einige eurer Substacks im (kostenlosen) Abo, weil ich eure Inhalte gerne lesen möchte. Das Umfeld dort ist aber ähnlich schlecht wie bei X – wenn auch nicht so öffentlich –, so dass man sich davon alsbald abwenden sollte. Bitte & Danke.

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theguardian.com

Revealed: How Substack makes money from hosting Nazi newsletters

Exclusive: Site takes a cut of subscriptions to content that promotes far-right ideology, white supremacy and antisemitism

a.gup.pe

Screenshot der a.gup.pe Website aus dem Internet Archive

Ich habe gerade erst erfahren, dass a.gup.pe, der Group-Service im Fediverse, im September eingestellt wurde, nachdem die Domain abhanden gekommen ist. Die Kagi KI klärte mich auf:

The service a.gup.pe, which provided decentralized groups on Mastodon, encountered significant issues in September 2025 when its domain name, gup.pe, was reportedly taken before its expiration due to unusual registration terms. This event led to the service’s shutdown, with the domains gup.pe and immers.space expiring and a.gup.pe being replaced by a WordPress site (1).

Das ist überaus schade, konnte man doch durch die Nennung von z.B. @filmeundserien@a.gup.pe sicherstellen, dass das eigene Posting bei allen im Feed auftauchte, die ebenfalls der @filmeundserien-Gruppe folgten. Gleiches galt für @frontend, @fussball & Co. Eine schöne Möglichkeit zur Vernetzung, insbesondere während die Hashtags auf Mastodon unter der Dezentralität leideten.1

Genutzt haben das wenige Tausend Fediversierte™ von denen auch ein paar überlegt haben, den Dienst neu zu starten, was aber bisher doch nicht weiter verfolgt wurde. Schade, denn a.gup.pe war ein, wenn auch erstmal wenig zugängliches, aber spannendes Tool im Fediverse.

  1. Eines der coolsten Features im vermeintlich dezentralen Bluesky sind dahingehend die Custom Feeds, wie z.B. der, den ich über den 1. FC Köln betreibe. []

How Browsers Work

I built the guide with many tiny interactive examples you can play with to help you go get through the technical details and build an intuition of how browsers work.

Schöne interaktive Erklärung und Demonstration der Funktionsweise von Browsern von Dmytro Krasun. Werde ich fortan in meinen Web-Technologie-Seminaren aufgreifen und zeigen – worin heute übrigens, wie passend, die Prüfungen von diesem Semester stattfinden.

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howbrowserswork.com

How Browsers Work

The guide is for engineers and curious people who use the web every day, but never built a mental model of how browsers work.

posting frequenz ≥ 7/woche

Felix hat beobachtet und festgehalten, dass aktuell einige Blogger – so auch ich – wieder täglich ins Internet schreiben. Unter anderem AnJe, die das sogar schon seit 2015 tut und beschreibt, was sie damals dazu bewegt hat:

Irgendwo las ich damals ein Interview mit einem Künstler, der sagte, er würde jeden Tag einen Text schreiben, 364 davon wären nicht gut, aber der eine 365ste, der wäre super, nur hätte er den nie geschrieben, wenn er die anderen 364 nicht auch geschrieben hätte.

Durch den selbst auferlegten Zwang, jeden Tag etwas abliefern zu müssen, egal was, Hauptsache irgendetwas, gelänge es ihm, seine eingebaute, eigene, oberkritische Qualitätskontrolle zu überwinden, die ansonsten so kritisch wäre, dass sie auch gute Texte gnadenlos verrisse.

Ich kenne besagtes Interview nicht, finde den Gedanken aber überaus nachvoll­ziehbar. So habe ich nach diesem Blogpost von November, in dem ich passenderweise Felix zitiere, festgehalten, dass „50 bis 60% meiner potentiellen Posts niemals meinen Kopf, meine Bookmarks oder meinen Entwurfsordner [verlassen]“. Worauf Sascha, den ich hier zuletzt wiederum begeistert für sein tägliches Bloggen in 2025 feierte, damals kommentierte:

Das habe ich jahrelang gemacht und es hat mich sehr unglücklich gemacht. Dieses Jahr nahm ich mir vor, jeden Tag mindestens einmal zu posten, egal was. Das war ein göttlicher Segen für mein Wohlbefinden. Agree to disagree! Blog weg den Shit!

Und genau das mache ich gerade mit großem Spaß. Ich bin mir zwar sicher, dass ich das arbeits- und lebens­bedingt die nächsten 341 Tage nicht durch­gehend schaffen werde, aber alleine den „Blog weg den Shit!“-Spirit wieder­entdeckt zu haben, ist ein großer Gewinn für mich und hoffentlich auch euch. Umso besser, dass es anderen auch so geht. 💪

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wirres.net

posting frequenz ≥ 7/woche

ich sehe in meiner „blogrolle“ und meinem feedreader, dass sehr viele menschen aus meiner blogblase jetzt wieder regelmässig oder gar täglich ins internet schreiben.

Zwei Milestones, die diese Woche gefeiert wurden, nicht direkt etwas miteinander zu tun haben, aber denen jeweils das Netz zugrunde liegt:

  • Am 12. Januar feierte Sascha Lobos wöchentlicher Blog Kolumne „Die Mensch-Maschine“ auf Spiegel Online fünfzehnjähriges Jubiläum. Hier eine Spiegel-interne – Zitat – „Lob(o)hudelei“ zum Zehnjährigen von 2021. Die ersten drei Jahre habe ich vermutlich jede seiner Kolumnen gelesen, heute ist mir das, wie seine Medienpräsenz, etwas zu viel, so dass ich nur noch nach Themen ausgewählte Ausgaben (und Auftritte) verfolge. Wenn ich das tue, kann ich diesen aber – wie früher, als Netzberichterstattung noch häufiger was vielversprechendes und seltener was bedrohliches war – immer was abgewinnen. (Ach komm: #bloggeburtstag)
  • Am 15. Januar ist unser aller Wikipedia 25 Jahre alt geworden. Fühlt sich mittlerweile wie ein elementarer Bestandteil des Webs an, aber ich muss selbst noch durch ein Web gesurft sein, in dem es die Online-Enzyklopädie nicht gab.1 Verrückt. Der erste Edit war übrigens die HomePage („This is the new WikiPedia!“), die ersten 100 Seiten diese hier. Die deutsche Wikipedia kam dann am 16. März 2001 dazu. Ich gratuliere, ChatGPT auch (höhö) und als Leseempfehlung gebe ich euch noch den Blogpost zum Jubiläum von Anil Dash mit auf den Weg, in dem er die Historie der Wikipedia nachzeichnet, die aktuellen Herausforderungen (Grokipedia & Co.) beschreibt und aufzeigt, was man selbst vom Erfolg der Wikipedia mitnehmen sollte.

Update, 18.01.: Nachdem der Lob(o)hudelei-Link von Felix aufgegriffen wurde, wurde mir erst klar, dass dieser nicht aktuell, sondern von 2021 ist und dass die Kolumne nicht Zehnjähriges sondern 15 Jahre Bestehen feiert. Das habe ich wohl übersehen und durcheinander gebracht, nun aber oben korrigiert.

  1. Dafür aber Microsoft Encarta auf CD-ROM. 😌 Übrigens 2009 gekillt durch das Geburtstagskind. []

Just the Browser: Strippt moderne Browser (wieder) auf das Wesentliche

Just the Browser helps you remove AI features, telemetry data reporting, sponsored content, product integrations, and other annoyances from desktop web browsers. The goal is to give you „just the browser“ and nothing else, using hidden settings in web browsers intended for companies and other organizations.

Passend zum Script-basierten, nachträglichen Cleanup von Windows, hier nun auch das Befreien von verschiedenen Browsern (Chrome, Firefox, Edge) von KI-Integrationen, Telemetrie, Kooperationen & Co., sowohl auf allen Desktop-Plattformen (Windows, macOS, Linux).

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justthebrowser.com

Just the Browser - Just the Browser

Remove AI features, telemetry data reporting, sponsored content, product integrations, and other annoyances from web browsers.

The Case for Blogging in the Ruins

Jedes Jahr rund um den Jahreswechsel gibt es diesen einen Beitrag, der allerorts verlinkt wird und sich für den Aufstieg alternativer Social-Web-Strukturen ausspricht – seien es dezentrale Netzwerke, Blogs oder generell Personal Websites. Hier etwa passende Artikel von 2024, 2023, 2021, 2019 oder auch 2014.

In diesem Jahr kommt er von JA Westenberg, der Blogs in der Tradition von Diderots Encyclopédie und Montaignes Essais sieht und ihren Vorteil im tiefer gehenden, gemeinsamen Diskurs anstelle von kurzen, untergehenden Social-Media-Posts sieht. Was natürlich alles richtig ist, Blogs schön als Kulturtechnik verortet und klar gegen das vergängliche Big-Tech-„Bloggen“ positioniert.

Ich teile das alles. Ihr solltet definitiv mehr bloggen, aber wenn ihr hier mitlest, stehen die Chancen gut, dass ihr 1. selbst bereits bloggt oder 2. dem obigen Blogethos so nah seid, dass ihr zumindest schon mal hier mitlest. Ich glaube daher – keine Kritik an JA Westenberg, sondern eher am jährlich ausgerufenen Blog-Revival –, dass es neue Ideen und technische Weiterentwicklungen fürs Bloggen braucht. Weshalb ich mal versuchen werde – Achtung, Vorsatz! –, mir das in diesem Jahr etwas genauer anzuschauen. Denn tatsächlich sehe ich hier und da schon einige spannende Ansätze. Vielleicht geht’s dann zum nächsten Jahreswechsel darum. 😉

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joanwestenberg.com

The Case for Blogging in the Ruins

In 1751, Denis Diderot began publishing his Encyclopédie, a project that would eventually span 28 volumes and take more than two decades to complete. The French government banned it twice. The Catholic Church condemned it, Diderot's collaborators abandoned him, his publisher secretly censored e...

Who’s who at X, the deepfake porn site formerly known as Twitter

Mir erschließt sich der Hintergrund nicht ganz, aber es gefällt mir: Die Financial Times hat einen Artikel, in dem sie 1. die obige Überschrift nutzt und 2. das Führungs­team von X vorstellt – mit von Grok bear­beiteten Fotos der Personen als Clowns. 🤡 (Giftlink; via Daring Fireball)

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ft.com

Who’s who at X, the deepfake porn site formerly known as Twitter

A look inside Elon Musk’s big tent

Digital Independence Day

Heute findet der auf dem 39C3 angekündigte, erste Digital Independence Day statt, der Aktionstag für digitale Souveränität und Abkehr von den großen Techkonzernen. Der heutige Tag soll den Auftakt für eine Reihe an dazuge­hörigen Projekten und Veranstaltungen bilden, die fortan immer am ersten Sonntag im Monat stattfinden sollen.

Wie Thomas finde ich die kurze Vorlaufzeit (Ankündigung auf dem Congress im sehenswerten Vortrag von Marc-Uwe Kling am 27.12.) und den Namen nicht ideal, das Ansinnen jedoch schon. Denn es ist, wie Michael es zuletzt festhielt nach dem hier berichteten Fall der Apple-ID-Sperrung:

Sich zu sehr auf einige wenige, externe Services zu verlassen, kann ein gewaltiges Problem werden. Es funktioniert alles wunderbar, bis nichts mehr funktioniert. […]

Bedeutet das aber, dass wir nun alles selbst hosten und uns um alles selbst kümmern sollen? Mitnichten! AAber wir sollten unsere Daten so gut als mög­lich redundant speichern und mehrere, bestenfalls voneinander unab­hängige Dienste nutzen1. So können wir die Vorteile moderner Cloud­services nutzen, müssen nicht immer an vollständige Backups denken, sind aber nicht total aufgeschmissen, wenn einer der Anbieter aus welchem Grund auch immer unseren Account sperrt.

Und genau so ist es.

Ich habe selbst noch einige Eisen im Feuer der großen US-amerikanischen Konzerne, was mich zunehmend beunruhigt. Insbesondere meine Verzahnung mit dem Apple-Universum ist etwas, auf das ich aktuell wegen all seiner Vorteile nicht verzichten möchte. Aber: Ich habe redundante Backups, online wie offline, die ein plötzliches Verschwinden eben dieser zwar schlimm, aber nicht katastrophal machen würden.

Dennoch: Da geht noch mehr. Und von mir aus ab sofort gerne am ersten Sonntag im Monat. ✊

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di.day

Digital Independence Day

Unser digitales Leben befindet sich in der Hand weniger Überreicher. Mit der Monopolstellung ihrer Unternehmen bestimmen Menschen wie Elon Musk, Jeff Bezos oder Mark Zuckerberg weltweit, wie wir uns online informieren, wie wir diskutieren, kommunizieren oder handeln. Einen solchen unkontrollierten Einfluss sollte kein Mensch und kein Unternehmen besitzen, weil wir dann nicht mehr in Freiheit leben können.

delphitools – Simple handmade conveniences

A collection of small, low stakes and low effort tools.

Einmal bookmarken, bitte: delphitools ist eine hilfreiche Sammlung verschie­dener Tools von Ruby Morgan Voigt a.k.a. delphi aus Karlsruhe, wie z.B. einem QR-Code-Generator, einem Papier­größen­referenz-Tool, Kontrast­checks, SVG-Optimierer und Social-Media-Bild­erstellungs­werkzeugen. Alles davon läuft direkt im Browser, ohne Tracking etc., genau so wie es eigentlich sein sollte:

No logins, no registration, no data collection. I can’t believe I have to say that. Long live the handmade web.

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tools.rmv.fyi

delphitools

A collection of small, low stakes and low effort tools. No logins, no registration, no data collection.