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Kinostatistik 2016 (10-Jahres-Edition)

Willkommen beim Jahresende, willkommen bei meiner alljährlichen Kinostatistik! Dies ist bereits die zehnte Ausgabe in Folge, was bedeutet, dass ich bereits seit einem Jahrzehnt festhalte, wie oft ich im ausklingenden Jahr im Kino war und wieviel mich der Spaß insgesamt und durchschnittlich (ohne Speisen und Getränke) kostete und wie sich die Kosten für einen Kinobesuch seitdem hierzulande entwickelt haben. Seit 2007 sind viele neue Auswertungen dazu gekommen und auch dieses Jahr, soll das nicht anders sein, bietet es sich diesmal doch an, nochmal genauer die vergangen zehn Jahre zu betrachten. 😊


Nachdem die letzten zwei Jahre von vergleichsweise wenigen Kinobesuchen geprägt waren, war 2016 mit 45 Kinobesuchen endlich wieder ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Während der Durchschnittsdeutsche (viele Grüße!) im Jahr auf mittlerweile 1,7 Kinobesuche kommt1, brauche ich mit 0,86 Kinobesuchen pro Woche dazu zwei Wochen. Wie in den ganzen letzten zehn Jahren konnte mein Stammkino in Kerpen davon wieder am meisten profitieren (Support your local cinema!), wenngleich das große, unpersönliche Cinedom in Köln aufgrund seiner Nähe zum Büro in diesem Jahr stark aufholen konnte.2 Im 10-Jahres-Schnitt komme ich auf genau 498 Kinobesuche, was ungefähr 50 Kinobesuchen pro Jahr entspricht. (Und jetzt ärgere ich mich, dass es nicht zwei mehr waren. 😉)


Von den 45 Filmen habe ich zwei als kostenlose Preview gesehen. Die ingesamt 406,35 Euro beziehen sich also nur auf 43 Kinobesuche. Die Kosten liegen damit zwischen 2010 und 2011, wo es für ähnliche Summen aber auch deutlich mehr Filme zu sehen gab. Der Durchschnittspreis hat sich seitdem entsprechend auf 9,45 Euro pro Kinobesuch erhöht, liegt mit nur 2 Cent Unterschied aber auf dem Niveau des letzten Jahres. Dass wir in diesem Jahr meist in der günstigeren ersten Wochenhälfte im Kino waren3, dürfte sich allerdings positiv auf den Durchschnitt ausgewirkt haben. 498 Kinobesuche haben mich in zehn Jahren 3.804,47 Euro gekostet bzw. rund 380,45 Euro pro Jahr.


Über die letzten zehn Jahre habe ich durchschnittlich 7,75 Euro pro Kinobesuch bezahlt, wobei der Trend eines massiven Preisanstiegs weiterhin unverkennbar ist. Der teuerste Film in diesem Jahr war an einem Feiertag »Doctor Strange« in 3D mit 14,50 Euro – einen Euro teurer als der Spitzenreiter »The Force Awakens« im Vorjahr. Wie schon 2014 und 2015 musste ich zwölf Mal die ungeliebten 3D-Brillen aufsetzen, was minus eine kostenlose Preview insgesamt 153,80 Euro für elf 3D-Filme (von 406,35 Euro komplett), also rund 13,98 Euro pro 3D-Film, ausmachte. Neuer Rekord nach den 11,75 Euro pro 3D-Film im letzten Jahr. Zum Vergleich: Der Durchschnittspreis ohne 3D-Filme lag bei 7,65 Euro. Es ist und bleibt die alte Leier von der Refinanzierung der Digital- und 3D-Technik.

Anhand der von der IMDb ausgegebenen Hauptgenres ergeben sich wieder 2,6 Genres pro Film. Adventure und Action dominieren weiterhin das Feld, haben allerdings die Plätze getauscht. Ebenso Science Fiction und Comedy, ansonsten ist das Verhältnis ähnlich dem des letzten Jahres.

Nachdem meine Schätzung von 100 Minuten pro Film von Owley im letzten Jahr zu Recht angezweifelt wurde, habe ich es dieses Jahr genau wissen wollen: Im Schnitt waren die 2016 gesehenen Kinofilme rund 118 Minuten lang. Insgesamt saß ich 5294 Minuten im Kinosessel, was rund 88,2 Stunden bzw. 3,7 Tage sind. Zusammen mit den 189 Stunden des Serienguckens habe ich also rund 277 Stunden bzw. rund 11 ½ Tage mit der bewussten Bewegtbildrezeption verbracht. Für meine Frau und mich wie Urlaub, den man nicht mal einreichen muss. 😎

Gerade im Vergleich zur für Serien aufgewendeten Zeit zeigt sich aber auch, dass die Aufmerksamkeit immer mehr zu Netflix und Amazon wandert. Für gerade einmal 170 Euro im Jahr (120 Euro für Netflix, 50 Euro für Amazon Prime) konnte man hier drei Mal so viel Zeit verbringen – ohne noch weiteres Geld für Speisen und Getränke drauflegen zu müssen. Es wird interessant zu sehen, wie sich die Nutzung der Streaming-Services in den nächsten zehn Jahren entwickelt und welche Auswirkungen das auf das Kino und seine Rolle haben wird.

Ein Punkt, den ich bis hierhin verschwiegen habe, der 2016 aber auch erstmals besonders auffällig wurde, ist das verstärkte Aufkommen von Buchungsgebühren. Im Kölner Raum lassen sich seit diesem Jahr fast alle Kartenkäufe online, meist von Kinoheld.de abgewickelt, tätigen. Dafür wird bei frühzeitiger Auslastung und ohne Kassenpersonal absurderweise meist ein Aufschlag von 50 Cent pro Karte berechnet. Das treibt die eh schon übertriebenen Ticketpreise noch weiter in die Höhe und verstärkt den (elitären) Eventcharakter eines Kinobesuchs immer mehr. Diese Aufpreise habe ich alle auf die regulären Kinopreise angerechnet, genau so wie ich früher (Studenten-)Rabatte abgezogen habe.

Es bleibt jedenfalls spannend und ich bin gespannt, was das (Kino-)Jahr 2017 bringt. Ich für meinen Teil werde weiterhin die Lichtspielhäuser der Republik unsicher machen und fordere euch auf, es mir gleichzutun! 😌

  1. Vgl. das Statistische Jahrbuch 2016, S. 648.
  2. 18x Euromax in Kerpen, 14x Cinedom in Köln, 6x Residenz in Köln, 2x Cinenova in Köln, 2x Cineplex in Passau, 1x Metropolis in Köln, 1x Cinecitta in Nürnberg und 1x Filmrauschpalast in Berlin.
  3. Genaue Verteilung: 10x Dienstags, 9x Mittwochs, 6x Montags, 6x Samstag, 5x Freitags, 5x Sonntags, 4x Donnerstags.

Amazon startet offene Plattform für Video-Inhalte

„Professionelle Filmproduzenten und Lizenzinhaber“ können ihre Inhalte damit auf Amazon Video einstellen und entweder ganz klassisch verkaufen und verleihen oder den Prime-Kunden kostenlos zur Verfügung stellen und dafür Nutzungsgebühren pro Stream bekommen (à la Spotify).

Ich bin gespannt, was für Inhalte damit ihren Weg in Amazons stetig wachsende Mediathek finden. Und was das etwa für Kurzfilme heißt.

“Screening Room” will aktuelle Kinofilme in die eigenen vier Wände streamen

Hollywood’s biggest directors and Napster co-founder Sean Parker want to let you download films on the same day they hit theaters, but oh, that $50 price tag.

The concept is simple. You’ll be able to stream a film on the same day it’s released in theaters, but the convenience will come at a premium: $50 for a 48-hour viewing period per film. You’ll also need a dedicated set-top box (equipped with antipiracy protections), which will set you back a further $150.

Unterstützt wird das ganze von diversen Hollywood-Größen wie u.a. Steven Spielberg, JJ Abrams und Peter Jackson. 20 der 50 Dollar sollen an die ansonsten sicherlich aufgebrachten Kinobetreiber gehen und obendrauf sollen jeweils zwei Kinokarten enthalten sein, damit man sich den Film auch nochmal auf der großen Leinwand ansehen kann.

Ziemlich strange. Vor allem dass es sich um keine App für Apple & Fire TV handelt, sondern eigene Hardware notwendig ist. Vielleicht aber gerade für Zielgruppen, wie z.B. frisch gewordene Eltern, die kaum Zeit für gemeinsame Kinobesuche haben, oder für Filmeabende im Freundeskreis doch eine legitime Alternative.

Ich bin mir da noch unschlüssig, weil Kino für mich einfach mehr bedeutet.

Kinostatistik 2015

Jahresende! Das heißt hier ganz traditionell – und von „Tradition“ kann man beim neunten Mal in Folge sicherlich schon sprechen –, dass es Zeit für meine on- und offline freudig erwartete Kinostatistik ist. Seit 2007 halte ich so fest, wie oft es mich im vergangenen Jahr ins Kino gezogen hat und wieviel mich der Spaß insgesamt und durchschnittlich (ohne Speisen und Getränke) kostete und wie sich die Kosten für einen Kinobesuch seitdem hierzulande entwickelt haben.

Nachdem ich im letzten Jahr mit nur 43 Kinobesuchen meinen cineastischen Tiefpunkt von 2009 erneut miterleben musste und den mitlesenden Kinokarten­verkäufern gegenüber für dieses Jahr Besserung gelobte, drehte sich die Abwärts­spirale dennoch weiter: 2015 komme ich nämlich auf nur noch 39 Kinobesuche, was 0,75 Kinobesuchen pro Woche entspricht, die ich wie immer zumeist in unserem Stammkino in Kerpen verbrachte.1 Immerhin kam ich so in zwei Wochen auf die Kinobesuche, für die der Durchschnittsdeutsche ein ganzes Jahr braucht.2 Von vier der 39 Filme wurde ich in einer Sneak Preview überrascht, zwei sah ich in einer kostenlosen Preview, zwei im Rahmen der Fantasy Filmfest White Nights. Wie im Vorjahr waren zwölf Filme in 3D – gelohnt hat sich das wie in all den Vorjahren vielleicht bei dreien.

Gekostet hat der ganze Spaß insgesamt 350,23 Euro, wobei ich zwei Filme wie gesagt als kostenlose Preview gesehen habe, sich die Summe also nur auf 37 Filme bezieht. Preislich bewegt sich das auf dem Niveau von 2010, doch gab es da für 13,57 Euro mehr auch gleich zehn Filme mehr zu sehen. Ein Preisanstieg, der abermals vor allem im Durchschnitt auffällt, wo pro Kinobesuch rund 9,47 Euro fällig wurden. Das sind satte 80 Cent mehr als im Vorjahr und etwa 3,54 Euro mehr als 2007, wo ich trotzdem fünf Mal mehr im Kino war. Es sollte nicht verschwiegen werden, dass ich dieses Jahr häufiger Sonntags ins Kino einkehrte, aber der Preisanstieg sollte dennoch nicht so stark sein.3

Die zwölf 3D-Filme kosteten insgesamt 141 Euro – 6,80 Euro mehr als genauso viele 3D-Filme in 2014. Der Durchschnitt stieg damit von 10,57 Euro in 2012/13 und 11,19 Euro in 2014 auf einen neuen Höchstwert von 11,75 Euro pro 3D-Film. Die Kinos schlagen die technischen Aufrüstungskosten also immer noch gerne und weiter auf. Ohne den 3D-Tinnef läge der Durchschnittspreis bei 7,75 Euro (2014: 7,69 Euro). Der teuerste Film war mit 13,50 Euro »Star Wars: The Force Awakens« am Tag der Veröffentlichung.

Seit zwei Jahren sehe ich mir zudem an, welchen Genres die gesehenen Filme angehören, um so eventuell aktuelle Produktionstrends oder Veränderungen in meinem Geschmack abzulesen. Dazu nutze ich die Hauptgenres, die die IMDb jeweils für den Film ausgibt, hier waren das rund 2,6 Genres pro Film. Sci-Fi hat in diesem Jahr einige Plätze eingebüßt, in Anbetracht des omnipräsenten Star Wars, aber wahrscheinlich auch verständlich. Ansonsten gleicht die Verteilung sehr der vom letzten Jahr.

Doch zur Frage, die hier alle interessiert: „Nur 39 Mal? Wie konnte das nur passieren, Stefan?“

Viele Kinogänger würden diese Frage wahrscheinlich mit „Netflix“ und „Amazon Prime“ beantworten, aber wenngleich die natürlich auch geschaut wurden, habe ich mit Jessica Jones & Co. 2015 deutlich weniger Zeit verbracht, als ich mir das eigentlich gewünscht hätte. Es lag nämlich schlicht und einfach an meinem neuen Job4 und der Tatsache, dass wir gerade ein Haus komplett sanieren (dazu ein andermal mehr). Wenn sich das wieder normalisiert hat, hoffe ich, werden meine Frau und ich unsere alte Stärke zurückerlangen. Namentlich begrüßt wird man im Kino aber auch mit nur 39 Besuchen. 😉

„Das beste Kinojahr aller Zeiten“, als das ich 2015 im November 2014 ausmachte, war es vielleicht nicht, aber auch so haben sich die 65 Stunden im Kinosessel5 dank der gehaltenen Versprechen (»Star Wars«, »Mad Max: Fury Road«, »Jurassic World«) und einiger toller Überraschungen (»Kingsman«, »Frank«, »Trash«) wie immer gelohnt. 2016 kann kommen – ihr wisst, wo ihr mich findet. 😎

  1. Genaue Verteilung: 23x Euromax in Kerpen, 6x Cinedom in Köln, 3x Cinenova in Köln, 3x Cineplex in Passau, 2x Residenz in Köln, 1x Filmpalette in Köln, 1x Off Broadway in Köln.
  2. Das Statistische Jahrbuch 2015 weist in diesem Jahr 1,5 Kinobesuche je Einwohner aus, vgl. S. 644.
  3. Genaue Verteilung: 12x Sonntag, 6x Donnerstag, 5x Montag, 5x Mittwoch, 5x Samstag, 4x Freitag, 2x Dienstag.
  4. Stellt sich heraus, dass sich mit einem Blog ohne Werbung und Sponsored Content kein Lebensunterhalt verdienen lässt. 😐
  5. Basierend auf einem Durchschnittswert von 100 Minuten pro Film.

Kinostatistik 2014

2014 neigt sich dem Ende, Zeit für die allseits beliebte, alljährliche Kinostatistik! Den „Du bist ja wahnsinnig!“- und „Darauf freue ich mich das ganze Jahr“-Artikel, wie mir – auch offline – immer wieder mitgeteilt wird. Zum achten Mal in Folge gehe ich heute also der Frage nach, wie oft es mich in den vergangenen 365 Tagen ins Kino gezogen hat, wieviel mich der Spaß insgesamt und durchschnittlich (ohne Speisen und Getränke) kostete und wie sich die Kinopreise hierzulande entwickelt haben. Also wollen wir mal sehen…

2014 habe ich es nur auf 43 Kinobesuche gebracht – genau wie 2009, was uns zu einem spannenden Fünf-Jahres-Vergleich bringt. Von den 0,8 Kinobesuchen pro Woche1 profitierte unser Stammkino in Kerpen mit 30 Besuchen abermals am meisten.2 Fünf Filme habe ich während des Fantasy Filmfest in Köln gesehen, insgesamt 12 Filme in 3D (wie schon 2011 und 2012). Nur einer davon, der letzte Hobbit, zudem in HFR, was wohl bedeutet, dass die Technik außer Peter Jackson und James Cameron niemanden zu interessieren scheint und wir bis zu den Avatar-Sequels davon verschont bleiben. Kinogott sei Dank! Einen Film, »Guardians of the Galaxy«, habe ich zwei Mal gesehen, nämlich ein Mal im O-Ton.

Die 43 Kinobesuche kosteten mich insgesamt 372,60 Euro, wobei ich insgesamt 5 Euro Studentenrabatt erhielt. Im Vergleich zum Vorjahr habe ich also 170,70 Euro gespart, aber auch 25 Filme weniger gesehen. Interessanter ist der Vergleich zu 2009: Vor fünf Jahren haben 43 Kinobesuche 287,20 Euro gekostet, also 85,40 Euro weniger als 2014. Besonders deutlich wird der Preisanstieg im Durchschnitt: Während ich 2009 pro Besuch 6,68 Euro zahlte, wurden 2014 pro Besuch 8,67 Euro fällig. Eine Preiserhöhung um fast zwei Euro in fünf Jahren – das sind fast 30 Prozent mehr! Auch gegenüber 2013 wird das deutlich: Im Schnitt wurden 56 Cent mehr pro Besuch als 2013 an der Kinokasse verlangt (rund 7 Prozent mehr). Ohne die fünf Euro Rabatt wären es sogar 8,78 Euro pro Besuch gewesen.

Die zwölf 3D-Filme kosteten insgesamt 134,20 Euro, im Durchschnitt also rund 11,19 Euro (2012 und 2013: 10,57 Euro), und waren somit für fast ein Drittel der Kosten verantwortlich.3 Ohne die 3D-Filme würde ein Kinobesuche demnach durchschnittlich 7,69 Euro kosten (2012: 7,68 Euro; 2013: 7,27 Euro). Mit 13 Euro waren 3D-Vorstellungen von Donnerstag bis Sonntag am teuersten, am günstigsten war man mit 5 Euro Dienstags bei 2D-Filmen unterwegs. Am häufigsten zog es mich Donnerstags ins Kino (12x), gefolgt vom Mittwoch und Sonntag (jeweils 9x).4

Seit letztem Jahr betrachte ich außerdem die Genres der Filme, die ich mir angesehen habe (vgl. 2013). Dabei verwende ich die Genres der IMDb, wo die besagten 43 Filme in 2,5 Genres pro Film eingeteilt wurden. Interessanterweise Science-Fiction mit 17 Filmen in diesem Jahr noch häufiger vertreten als 2013, wo es noch 13 Filme waren, obwohl wir das ja eigentlich als das „Science-Fiction-Jahr“ ausgemacht haben. Ansonsten dominiert Action, es gab ein bisschen mehr Adventure und weniger Crime. Und offensichtlich deutlich weniger zu lachen.

Dass unser Kino-Rekordjahr 2013 nicht annähernd erreicht werden konnte, lag dann auch an einer Vielzahl sehr erfreulicher und sehr unerfreulicher Ereignisse in diesem Jahr. Und dann startete im September natürlich noch Netflix hierzulande, wo zum Preis einer Kinokarte unendlich viele Stunden Bewegtbildunterhaltung bereitgestellt werden. Und in der Tat haben wir uns dieses Jahr des öfteren dabei erwischt, wie wir das Streaming von der Couch aus dem abendlichen Aufbruch ins Kino vorgezogen haben. Ich schätze, dass es in Zukunft immer mehr Rezipienten immer häufiger so gehen wird. Schließlich liegt der Einstiegspreis bei Netflix mit 7,99 Euro bereits jetzt unter dem Durchschnittspreis im Kino.

Nichtsdestotrotz haben meine Frau5 und ich in diesem Jahr wieder knapp drei Tage im Kinosessel gesessen, womit wir wieder bei einem Wochenendtrip wären. Oder eben 71,6 Stunden durch die ganze Welt. Und da stellt sich doch die Frage nicht!

Und jetzt kann 2015 kommen – hoffentlich in jeder Hinsicht so vielversprechend wie sein Kinoprogramm!

  1. Der Durchschnittsdeutsche kommt auf 1,6 Kinobesuche pro Jahr, vgl. Statistisches Jahrbuch 2014, S. 644.
  2. Genaue Verteilung: 30x Euromax in Kerpen, 6x Cinedom in Köln, 5x Cinenova in Köln, 2x Cineplex in Passau.
  3. Dabei sollten die Anschaffungskosten der Technik, die uns bereits seit Jahren als Ursache für den Preisanstieg genannt wird, mittlerweile doppelt und dreifach refinanziert sein. Eigentlich gibt es also keinen Grund für weitere Preiserhöhungen, von denen aber natürlich auszugehen ist.
  4. Genaue Verteilung: 12x Donnerstags, 9x Mittwochs, 9x Sonntags, 4x Dienstags, 3x Montags, 3x, Freitags, 3x Samstags.
  5. Das erste Mal, dass ich sie im Rahmen der Kinostatistik so nennen darf! Letztes Jahr stand da noch „Verlobte“ und in den Jahren davor „Freundin“.

The Force Awakens

Vor lauter Arbeit bin ich noch gar nicht dazu gekommen, mich zum Titel oder Teaser von Episode VII zu äußern. Mittlerweile wissen wir natürlich schon mehr, aber damit meine Fanboy-Credibility nicht unter so weltlichen Dingen leidet, möchte ich kurz vor 2015, dem Release Year, auch noch meine Meinung kundtun.

Der Titel

Episode VII wird bekanntlich »The Force Awakens« bzw. hierzulande »Das Erwachen der Macht« heißen und „Episode VII“ aus dem Titel gestrichen. Letzteres deutet offenkundig auf die Pläne hin, die Disney in den nächsten Jahren mit dem Star Wars-Franchise hat. Schließlich wird da noch einiges auf uns zu kommen und die römische Schreibweise macht die Sache (wie beim Superbowl) nicht einfacher. Neben der neuen Sequel-Trilogie wird es auch eine Vielzahl an Spin-Offs, One-Shots und transmedialen Vorkommnissen geben (Boba Fett-Movie anyone?). Würde Disney die Skywalker-Storyline nun weiter beziffern, würde das den Rest entwerten („Ich sehe mir nur die richtigen Star Wars-Filme an!“ „Und den von Pixar!“). Wir sollen aber immer weiter ins Kino gehen, selbst wenn’s mal nicht um Anakin, seine Kinder oder (Ur-)Enkel geht.

Disneys Reboot des Star Wars-Universums kulminiert dann auch im Titel »The Force Awakens«. Das ist der erste von vielen neuen Filmen aus einer weit, weit entfernten Galaxie. Alles, was es bisher gab, war eigentlich nur das Vorgeplänkel für das, was jetzt noch kommen wird. Ein global erlebter Moment des Erwachens im Dezember 2015! (Vorausgesetzt »The Force Awakens« wird gut, aber davon ist auszugehen. Der neue Star Wars ist wahrscheinlich das wichtigste Disney-Release unserer Zeit, Avengers eine Fußnote dagegen. Dass eine Produktion mit quasi unbegrenzten finanziellen Mitteln, um die sich die besten ihres Fachs streiten, scheitert, kann eigentlich ausgeschlossen werden.)

Aus Marketing-Sicht macht »The Force Awakens« also mehr als Sinn. Inhaltlich überzeugt mich das jedoch nicht so sehr. Luke dürfte lange Zeit der letzte Jedi gewesen sein, die Macht alles andere als allgegenwärtig. Obwohl sie nun in Form einer neuen Generation und neuer Siths zurückkehrt, erwacht sie? Erst jetzt? War Yoda etwa nur ein Dösen der Macht? Der Imperator nur ein Stümper?

Wenn da nicht ein noch viel mächtigeres Wesen auftaucht, erwacht da überhaupt nichts. The Force Returns! Klingt aber kacke. »Recurrence of The Force« o.ä. hätte mir zugesagt (und das Internet mit mächtigen Rekursionswitzen überflutet). Aber vielleicht täusche ich mich ja und da erwacht doch noch irgendwas anderes als nur das Franchise zu neuem Leben.

Der Teaser

Der 88 Sekunden kurze Teaser steht dann auch ganz im Zeichen dieses frischen Neuanfangs: Wir sehen Tatooine, Stormtrooper, die 2015er Edition von R2-D2, X-Wings, TIE-Fighter und den Millennium Falken. Jedes Bild schreit: Ihr kennt das alles! Aber es ist trotzdem anders! So gibt es dann überarbeitete Stormtrooper-Outfits und Raumschiffe, eine Art Landspeeder-Bike und Sternenkrieg auf einem Planeten. Und natürlich den umstrittenen Crossguard Lightsaber.

Und was wir da zu sehen (und hören!) bekommen, sieht vielversprechend aus und macht definitiv Lust auf mehr. Ich bin auf die neuen Helden und Bösewichte gespannt und natürlich noch sehr viel mehr auf unsere gealterten Freunde Luke, Leia, Han und Chewie. Auch wird es spannend sein, zu sehen, wie sich das Imperium und die Rebellion geschlagen haben. Wer nun an der Macht ist. Auf all das gibt uns der Teaser jedoch noch keine Hinweise. Der richtige Trailer, der womöglich vor »Avengers: The Age of Ultron« im Mai kommt, wird da deutlich auskunftsfreudiger sein.

Kurzum: Der Teaser war gut, das Wiedersehen mit dem rasenden Falken und John Williams Score natürlich Gänsehautgaranten. Von den Socken hat mich das allerdings noch nicht gehauen. Als Einstimmungsschnipsel erfüllt der Teaser seinen Zweck allerdings voll und ganz. Ich bleibe also bei meiner etwas enthusiastischen Prophezeiung:

2015 wird das beste Kinojahr aller Zeiten!

Und das neue Lichtschwert?

Too much, meiner Meinung. Stellt euch vor, ihr habt die perfekte Waffe. Und kommt dann plötzlich auf diesen Twist, so dass sich ein jeder Zuschauer fragt, warum er bisher nicht daran gedacht hat:

Und 16 Jahre später kommt ihr hiermit um die Ecke:

Im Dezember 2015, wenn wir das Teil in Aktion gesehen haben, wird unser Urteil aber deutlich milder ausfallen, schätze ich.