China wird verpixelt

Die Chinesen sind schon ein komisches (as in merkwürdiges, not in lustiges) Völkchen. Das liegt weniger an den dort lebenden Menschen als vielmehr an den dort Regierenden. Denn die sind so gut drauf, dass sie für fragwürdige Großprojekte schon mal zwei Millionen Menschen zwangsumsiedeln oder zwei Tage nach der vielleicht größten atomaren Katastrophe aller Zeiten den Bau dutzender neuer Atomkraftwerke beschließen. Mit nichts was zu tun, könnte man da denken – aber nein, wie wir alle wissen, versteht die Kommunistische Partei in Sachen Internet so rein gar keinen Spaß. Auch und gerade nicht bei Google Maps.

Und genau deshalb hat man Baidu, dem hauseigenen Google-Klon, kurzerhand einen eigenen Kartendienst spendiert hat, der es in sich hat. Da Satellitenbilder im Land der Mitte aus offensichtlich Gründen natürlich gar nicht gehen, macht man aus der Not eine Tugend: Chinas größte Städte gibt’s nicht von oben aufgenommen, sondern nur als gigantische 3D-Pixel-Art-Karte. Das sieht nicht nur so aus als hätte man bei Baidu viel zu viel (raubkopiertes) Sim City gespielt, sondern lässt auch hiesige Pixelschubser, wie etwa die von mir sehr geschätzten Herren eBoy mit ihren nur 1200×800 Pixel großen Pixelstädten, sehr alt aussehen. Lustigerweise sollen diese chinesischen Pixelkarten auch noch extrem detailliert sein, berichten Ortsansässige.

Also, screw you, Google Street-Hybrid-Whatever-View! Ich verlange sofort ein derartiges Pixelmodell von Köln!

Und wenn ihr selbst durch’s verpixelte China scrollen wollt und des Hochchinesischen nicht mächtig seid, vermittelt euch diese Grafik wann ihr wo bei map.baidu.com klicken müsst. Und wer ein verpixeltes Arbeitslager findet, darf es behalten postet es bitte in die Kommentare. 😀 (via Gizmodo)

· am veröffentlicht 15.03.2011

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