Einträge von September 2008

Baphomets Fluch 2.5

Als alter Freund von alten 2D-Point-and-Click-Adventures habe ich damals™ anno 1996 und 97 natürlich auch Baphomets Fluch 1 und 2 gespielt, waren es doch im Vergleich zu anderen Adventures endlich mal ernste Krimi-Abenteuer. Das gefiel.

(Baphoments Fluch 2.5 Theme)

Nachdem sich die Entwickler jedoch mit Teil 3 vom klassischen 2D-Look verabschiedeten, verabschiedete ich mich vom Fluch. Bis eben. Vorgestern ist nämlich Baphomets Fluch 2.5 nach über zehn Jahren Entwicklungszeit erschienen. Dabei handelt es sich um einen von Fans produzierten inoffiziellen, aber offiziell abgesegneten Nachfolger zum zweiten Teil.


Das ganze ist dementsprechend in gute alte 2D-Grafik gehüllt, die zwar angesichts von High-Definition-Gaming etwas befremdlich wirkt, ihren Charme aber nicht verloren hat. Zudem ließen sich für die deutsche Version sogar der aus Teil 1 und 2 bekannte Synchronsprecher von George, sowie einige weitere Synchronsprechergrößen engagieren.

Ich freue mich jedenfalls, mich dieser Tage endlich mal wieder durch Paris zu rätseln und bedanke mich bei den Entwicklern! Wer’s selbst mal antesten möchte, kann sich Teil 2 ½ hier kostenlos herunterladen. (via)

Der Eichinger Edel Komplex

Mit Der Baader Meinhof Komplex, der Verfilmung von Stefan Austs gleichnamigem Sach(!)buch, steht uns dieser Tage eine weitere filmische Aufarbeitung Deutscher Geschichte ins Haus. Von vorneherein möchte ich auf die Absurdität dieser Verfilmung aufmerksam machen: Stefan Austs Baader Meinhof Komplex umfasst in seiner Standard-Ausgabe satte 672 Seiten. In der aktualisierten, doppelt so teuren Deluxe-Edition sind es sogar 896 Seiten. Man muss kein Filmkenner sein – nein, nicht einmal einen Film gesehen haben -, um zu erkennen, dass es in keinem Fall möglich ist, dieses gigantische Gros an mehr oder minder aufwendig recherchierten Fakten, dieses Jahrzehnt Deutscher Geschichte, auf einen 150-Minuten-Film herunterzubrechen. Das geht nicht.

Und wenn man es doch versucht, dann sieht das so aus: In 150 Minuten prasseln derart viele Eindrücke, „Aktionen“, Gesichter auf einen ein, dass einem Hören und Sehen vergeht. Sofern man kein spezialisierter Geschichtsstudent, sondern nur mit den Geschehnissen rund um RAF und Deutschen Herbst vertraut ist, wird man sanft, aber bestimmt erschlagen. Wenn man keine Ahnung hat und der Handlung des Spielfilms (was Der Baader Meinhof Komplex am Ende des Tages ja immer noch ist) einfach nur folgen möchte, hat man keinerlei Chance. Zu viele Figuren, zu viel Handlung, zu viel von allem.

Es ist überspitzt gesagt so, als wolle man alle Greueltaten der Nazis in einem Kurzfilm unterbringen. Und dazu auch noch Popcorn verkaufen. Das Herausgreifen einer bestimmten Person oder eines bestimmten Ereignisses, wie, um bei dem Vergleich zu bleiben, es etwa bei Der Untergang geschehen ist, wäre hier ratsam gewesen, wenngleich es natürlich dem Anspruch, den gesamten „Komplex“ abzubilden, nicht gerecht geworden wäre. So werden Personen, Ereignisse und Motive hier leider nur skizziert – und der „Mythos RAF“ durch freie Liebe und stimmige Actionszenen oftmals befeuert.

EMDb – Rating: 3/5

„Like a really bad Disney movie“

Vor ein paar Tagen äußerte sich Matt Damon zu Sarah Palin. In einem sehr sehenswerten Videointerview (danke McLee!) vergleicht er Palins Geschichte mit einem „really bad Disney movie“ und fragt sich, ob sie an Dinosaurier glaubt. Oder ob sich Bücher verbrennen verbannen möchte. Ihm macht das offensichtlich große Sorgen. Weil sie im schlimmsten Fall Zugangscodes für atomare Sprengkörper bekommt.

From the makers of The Mighty Ducks and Syriana…

Bei College Homor hat man, inspiriert von Damons treffendem Disney-Vergleich, kurzerhand einen kompletten Disney-like Faketrailer produziert. Eine Hockey-Mom aus Alaska wird Vize-Präsident und schon hat man die verrückteste Familienkomödie des Jahres! Das ist wahrlich der Stoff, aus dem die Träume der Traumfabrik sind.

Der Haken dabei ist nur, dass der ganze Spaß nicht so weit von der Realität entfernt ist, wie man es sich wünschen würde… (via)

Der Gotteswahn

Ich habe gestern endlich das Hörbuch von Richard Dawkins Der Gotteswahn durchgehört – und kann’s jedenfalls jedem empfehlen, über dem im Religionsunterricht ständig eine „What the fuck?!“- Denkblase schwebte und der den Spaß deshalb schnellstmöglich abgewählt hat. Der britische Zoologe Richard Dawkins nimmt in seinem (Hör-)Buch nämlich das ganze Religionskonstrukt aus darwinistischer, philosophischer und logischer Sicht auseinander – und das auf äußerst unterhaltsame und interessante Art und Weise.

Kaufen und eayz supporten: Der Gotteswahn bei Audible und bei Amazon.

Update: Gerade noch selbst konsumiert und drüber geschrieben, da entdeckt man besagtes Buch direkt in der aktuellen Family Guy-Folge „Love Blactually„. Zufälle gibt’s.

The Force Absorbed

Wie man so hört, verkauft sich The Force Unleashed, das neue Star Wars-Game, dieser Tage wie geschnitten Brot. Und auch ich konnte dem ollen Stollen nicht widerstehen, nachdem es als so furchtbar innovativ, Jedi-mäßig und toll angepriesen wurde.

Und keine Frage: The Force Unleashed hat seine Momente. Teils füllt man sich mitten in die Galaxie, weit, weit entfernt, versetzt und spätestens nach dem ersten Durchspielen ist der eigene Jedi so stark, dass man es Macht-technisch auch getrost mit ner ganzen Horde Sturmtruppen aufnehmen kann – was begeistern kann. Doch dann sind da haufenweise uninspirierte Stellen, die man in anderen 3D-Action-Adventure-Jump ’n‘ Runs schon vor 10 Jahren gemeistert hat. Später wiederum überwiegt wieder die Fanboy-Freude. Ein ewiges Auf und Ab im Gameplay. Die Präsentation des Spiels bleibt hingegen durchweg eine Talfahrt: hässlichste Menüs und abgeschnittene Cutscenes, die man nicht wegdrücken kann, gehören leider zu den härtesten Prüfungen, die ein Jedi respektive Sith bestehen muss. Und die Grafik schwankt zusehends zwischen grausig und grandios. Ich sag’s ja: ein Auf und Ab.

Nein, The Force Unleashed macht es dem Spieler wahrlich nicht leicht. Und wahrscheinlich hat man selten ein besseres Beispiel für einen verfrühten Release gesehen – hier wäre nämlich noch so viel mehr drin und Arbeit notwendig gewesen. Dennoch hat’s mir großen Spaß bereitet und ich habe wirklich gerne ganze Gegnergruppen durch Räume wirbeln lassen oder schlicht mit einem vorbeifliegenden TIE-Fighter erschlagen. Nur nach ungefähr sechs Stunden ist’s schon wieder vorbei. Klar, nochmal spielen, um seinen Jedi hochzuleveln und mächtiger zu machen, funktioniert ein mal, aber dann war’s das auch. Für 70 Euro erwarte ich mehr.

Folglich habe ich das Spiel heute wieder verkauft. Zum Ausleihen aus der DVDthek oder als Gebraucht-Kauf kann ich es jedoch jedem (Fan) empfehlen!