Die Nest Protects waren bisher meine smarten Rauchmelder der Wahl. Die meisten davon werden in ein bis zwei Jahren ihren 10-jährigen-Lebenszyklus erreicht haben. Mal sehen, welche Alternativen sich bis dahin – dann sicherlich mit Matter- & Threads-Support – etabliert haben.
„Digitale Bücherverbrennung“: Diese Menschen retten Daten vor der Trump-Zensur
Interview von netzpolitik.org mit dem deutschen Historiker Sebastian Majstorovic, der sich für die Sicherung der öffentlichen Daten einsetzt, die gerade im großen Stil durch die Trump-Administration bzw. Musks DOGE vernichtet werden. Er beschreibt das Geschehen so:
Was in den USA passiert, ist nicht nur politische Zensur. Es ist eine digitale Bücherverbrennung. Als Historiker ist es mir wichtig, historische Begriffe gut und angemessen zu verwenden. Bücherverbrennung ist die beste Analogie, die ich mir vorstellen kann.
Wir sehen hier die ersten Auswirkungen eines Technofaschismus. Eine neue Form des Faschismus, in der die Tech-Oligarchen Hand in Hand mit Reaktionären arbeiten und Daten das Mittel der Kontrolle und Unterdrückung sind. Es gibt noch einen historischen Begriff, der mir in der öffentlichen Diskussion bisher zu kurz kommt: Was gerade in den USA passiert, ist Gleichschaltung. Das ist der Begriff, den man nutzen muss, wenn die Exekutive in Behörden, Justiz, Universitäten und Kultureinrichtungen politische Säuberungen durchführt, um diese Institutionen ideologisch gefügig zu machen.
Lest We Forget the Horrors: An Unending Catalog of Trump’s Cruelties, Collusions, Corruptions, and Crimes
Nach der 1055 Punkte umfassenden Liste aus Trumps erster Amtszeit stellt McSweeny’s nun wieder eine Liste all der Trump’schen Vorkommnisse zusammen. Die neben „Constitutional Illegalities, Collusion, and/or Obstruction of Justice“ eben auch Kategorien wie „Harassment, Bullying, Retribution, and/or Sexual Misconduct“, „Lies and Misinformation“ und „Musk Madness“ umfasst. Aktuell ist sie bereits 110 Punkte lang. (via Kottke)
Improved Relative Time
Vergesst Anno Domini (AD) und Before Christ (BC): Mit der „Improved Relative Time“ hat Jonny Thaw eine bessere, flexiblere und weltoffene Alternative geschaffen, die sich auch gleich per npm-Paket in allerlei Webprojekte einsetzen lässt („Use it on your production large-scale projects right now“). Ich bin z.B. 22BIP (Before iPhone) und 4BWWW (Before World Wide Web) geboren, heute befinden wir uns im Jahr 18 AIP (After iPhone) und 36 AWWW (After World Wide Web). Aber ebenso in 97AET (After Electronic Television) und 202kAB (After Beds). Absolut verständlich. (via Kottke)
PDF Squeezer
Shoutout an die macOS- und iOS-/iPadOS-App PDF Squeezer von Daniel Witt, die einen hervorragenden Job macht und die größenwahnsinnigen Exports von Figma Slides, iA Presenter & Co. auf ein aushaltbares Maß an Dateigröße bringt.
Das recht bildlastige Company Profile von Hypercode umfasst z.B. 18 Slides, die beim regulären Figma-Export 316 MB umfassen. Nach Behandlung mit PDF Squeezers stärkster Komprimierung lässt es sich bei verkraftbaren Qualitätseinbußen mit knapp 22 MB wieder per Mail verschicken.
PDF Squeezer für macOS kostet 19,99 Euro, für iOS 9,99 Euro und ist alternativ Teil des SetApp-Abos (auch des mobilen). In meinem Berufs- und Dozentenleben ein echter No-Brainer.
Phoenix for Bluesky
Tapbots, die Macher des einstigen Twitter-Clients Tweetbot und heutzutage des Mastodon-Clients Ivory haben für Sommer konsequenterweise einen Bluesky-Client angekündigt. Ich nutze dieser Tage zwar lieber Mona und Phanpy, kann Ivory als jahrelanger Tweetbot-Nutzer aber ebenfalls uneingeschränkt empfehlen. Von daher: Nur gut für das Trauerspiel namens Bluesky-Ökosystem.1
Digg kommt zurück
Es hat sich bereits in den letzten Monaten angekündigt, als Kevin in den ersten neuen Diggnation-Episoden offen darüber nachdachte, dass er digg.com, „the internet’s homepage„, eigentlich zurückkaufen und relaunchen sollte. Jetzt ist dieser Teaser und eine Platzhalter-Website erschienen:

Der oben verlinkten Verge-Artikel verrät dann noch, dass Kevin sich mit Alexis Ohanian, seines Zeichens Mitgründer von Reddit für das Projekt zusammengetan hat. Ebenso sind Textbox-Pioniere wie Ev Williams mit von der Partie. Und standesgemäß strotzt der Artikel nur so vor Buzzwords:
Digg aims to build the kind of community-first social platform that basically no longer exists on the internet. And its new founding team thinks AI could be the secret to pulling it off.
Heute lassen wir das nochmal durchgehen, aber es bleibt auf jeden Fall spannend zu sehen, ob und wie sich der Erfolg der 2000er Jahre wiederholen und in die Jetztzeit transferieren lässt. Ich vermute: gar nicht, aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren. Mal gucken, ob ich meinen alten Account noch finde…
Reflections on 25 years of Interconnected
Matt Webbs Interconnected, eines meiner Lieblingsblogs, ist vergangene Woche 25 Jahre alt geworden. Congratulations! 🥂
Schon wieder – Der Aufstieg der NSDAP/AfD
Hervorragende Idee & Umsetzung von Michael Kreil, die das beängstigende Drama dieser Tage eindrucksvoll aufzeigt. (via @fadenaffe)