#künstliche intelligenz (77)

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Enzyklika Magnifica Humanitas des heiligen Vaters Leo XIV. über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz

Schon zu Recht überall durchgereicht, ist das doch für eine Enzyklika unge­wöhnlich aktuell und trifft den Zeit­geist und die bevor­stehenden Heraus­forderungen für unseren globalen und gesamt­gesellschaftlichen Umgang mit Künst­licher Intelligenz, der Konzen­tration von Kapital und Macht doch sehr genau.

Hier z.B. Definition und Abgrenzung von KI [Absätze und Soft-Hyphens von mir für etwas bessere Lesbarkeit hinzugefügt; das Zitat ist im Original ein einzelner, langer Absatz (#99).]:

Es ist nicht möglich, eine eindeutige und umfassende Definition von Künst­licher Intelli­genz zu geben. Fest steht jedoch, dass das Miss­verständnis zu vermeiden ist, diese „Intelli­genz“ mit der menschlichen gleich­zusetzen. Diese Systeme ahmen bestimmte Funktionen der menschlichen Intelli­genz nach. Dabei übertreffen sie sie oft an Geschwindig­keit und Rechen­leistung und bieten somit in zahlreichen Bereichen konkrete Vorteile. Diese Leistungs­fähigkeit hat jedoch ausschließlich mit der Daten­verarbeitung zu tun: Sogenannte Künstliche Intelli­genzen machen keine Erfah­rungen, besitzen keinen Leib, empfinden weder Freude noch Schmerz, reifen nicht in Bezie­hungen, wissen nicht von ihrem Inneren her, was Liebe, Arbeit, Freund­schaft und Verant­wortung bedeutet.

Sie haben auch kein moralisches Gewissen: Sie unter­scheiden nicht zwischen Gut und Böse, sie erkennen nicht den eigentlichen Sinn von Situa­tionen und sie nehmen die Last der Konse­quenzen nicht auf sich. Sie können Sprache, Verhalten und Beur­teilungen imitieren, sie können Empathie oder Verständnis simulieren, aber sie verstehen nicht, was sie damit bewirken, denn sie bewegen sich nicht in jenem affektiven, relationalen und geistigen Horizont, in dem der Mensch zur Weisheit gelangt.

Auch wenn diese Werkzeuge als „lernfähig“ dargestellt werden, unter­scheidet sich ihre Art des Lernens von der einer menschlichen Person. Es handelt sich nicht um die Erfahrung eines Menschen, der sich vom Leben formen lässt und im Laufe der Zeit durch Entschei­dungen, Fehler, Vergebung und Treue wächst; vielmehr ist es eine statistische Anpassung auf der Grundlage von Daten und Rück­meldungen, die zwar sehr effektiv sein kann, aber kein inneres Wachstum impliziert.

Und Tolkien zitiert er dann auch noch (#213).

Bevor ihr euch aber jetzt das sehr lange, sehr päpstliche Dokument durchlest, sei euch die Episode „API et Orbi“ von Haken dran vom vergangenen Freitag empfohlen, in der Gavin Karlmeier und Stefan Schulz sich der Einordnung des Papstes annehmen:

Wir versloppen uns zu Tode: Der Papst hat eine Meinung zu KI – und sie fällt sehr deutlich aus. Die KI ist kein Mensch, die Tech-Broligarchie ist moderner Kolonialismus, KI muss entwaffnet werden und unsere Daten gehören uns und nicht denen, die sie verarbeiten. Über diese Deutlichkeit, über den Widerstand, den wir dagegen aufbringen müssen […]. Der Podcast zum größten Raubzug der Menschheit gegen die Menschheit.

Darüber hinaus haben sich beide noch weiter mit der Thematik beschäftigt: Gavin in seinem Blogeintrag „Ist Claude ein ‚Kind Gottes‘?“ und Stefan in der aktuellen Ausgabe (hier z.B. auf YouTube) seines Podcasts Die neuen Zwanziger.

Enzyklika von Papst Leo XIV. „Magnifica Humanitas“ (15. Mai 2026) | OpenGraph Preview Image
vatican.va

Enzyklika von Papst Leo XIV. „Magnifica Humanitas“ (15. Mai 2026)

ENZYKLIKA MAGNIFICA HUMANITAS DES HEILIGEN VATERS LEO XIV. ÜBER DIE BEWAHRUNG DES MENSCHEN IM ZEITALTER DER KÜNSTLICHEN INTELLIGENZ [ Multimedia ] ___________________________

Ad Infinitum / Zu Googles angekündigter AI-Suche

Matthias fast zusammen, was Google eigentlich auf seiner AI-durchtränkten I/O-Keynotehier der 54 Sekunden lange AI-Supercut – angekündigt, aber nicht explizit gesagt hat: Nämlich dass sie ihre bisherigen Quellen – das Open Web – und das eigene Geschäfts­modell – die Werbelinks in den Suchergebnis­seiten – zugunsten von generativen UIs mit AI-Antworten und dort einge­betteten AI-Ads opfern.

Was das wiederum für Webpublikationen bedeutet, wenn die „ten blue links“ nun offiziell vorbei sind, beschreibt Sascha sehr eindringlich.

Ob Googles AI-Suche allerdings so angenommen werden wird, steht auf einem anderen Blatt. Studierende buhen AI-Befürworter aus, Menschen verurteilen AI-verursachte (oder -begründete) Entlassungen, hassen AI-Rechenzentren und „what if people don’t actually want to use search this way?“, wie Matthias auch eingangs fragt. Zumindest letzteres scheint seit den ersten ChatGPT-Versionen jedoch beantwortet zu sein: Antworten, die keine Website-Aufrufe erfordern, werden gut und gerne in LLMs genutzt. Das wird (leider) auch so bleiben.

Meine langfristige These daher: Das „Web“ wird bei Google & Co. nur noch ein untergeordneter Tab/Reiter sein. So wie „Bilder“ und „Nachrichten“ heute und, *hust*, das Usenet zuvor. „Kaufen Sie sich hier unbegrenzten Zugriff auf das World Wide Web für nur 19,99 Euro/Monat!“

Aber denkt dran, [hier bitte meinen obligatorischen Hinweis auf Kagi als bessere, privatere Suchmaschine einsetzen; auch wenn das natürlich nur eine Lösung für besagte digitale Bohème sein wird].

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matthiasott.com

Ad Infinitum · Matthias Ott

Web design engineer, UX designer, teacher, and speaker – helping teams build websites and digital products with a focus on CSS, accessibility, and performance.

Podcast: Die OpenAI Story

Bleiben wir bei ChatGPT: Von dem Team hinter der (nicht unumstrittenen) Peter Thiel Story ist gerade ein neuer, sechsteiliger Podcast erschienen, in dem es um die Entstehungs­Geschichte von OpenAI, den ursprüng­lichen Ideen dahinter und natürlich Sam Altmann geht.

Habe ich gestern auf meinem Arbeitsweg und heute bei der Garten­arbeit durch­gehört und bietet auf jeden Fall einen guten Einstieg und Überblick, aller­dings ohne alle Facetten, Probleme aber auch Möglich­keiten betrachten zu können (oder zu wollen). Dennoch hörenswert!

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deutschlandfunk.de

Die OpenAI Story

Mit ChatGPT hat Sam Altman OpenAI in ein milliardenschweres Tech-Imperium verwandelt. Das ist die Geschichte der KI-Revolution, einer entfesselten Technik - und des Mannes, der sie geprägt hat. Von den Machern der Peter Thiel Story.

ChatGPT Suicide Machine

Werbeanzeige in einer Londoner U-Bahn (Piccadilly Line). Auf einem dunklen Schild steht in weißer Schrift: „Yes, we built a machine that tells teenagers to kill themselves. But — it might also help them with their homework.” Darunter befindet sich das Logo von ChatGPT. Unterhalb der Anzeige ist eine blaue TfL-Werbung (Transport for London) mit Informationen zur Heathrow-Airport-Verbindung zu sehen.
By Darren Cullen, licensed under Creative Commons BY-NC-ND 4.0.

LLM chatbots like ChatGPT have been responsible for dozens of confirmed suicides, murders and serious mental health crises, particularly involving children and young people. Any product that is this dangerous to young people would normally be nowhere near a classroom. And would likely be banned outright. But thanks to the cult-like AI-hype that has consumed the brains of our government and corporate leaders, they only want more integration of these products into education, not less.

Leider hervorragendes, satirisches Werbebanner von Darren Cullen, das die Problematik ziemlich gut zusammenfasst. Ich meine, im obigen Zitat verlinkt er auf einen endlos langen Wikipedia-Artikel der „Deaths linked to chatbots“ heißt.

Auf seiner Seite kann man das Werbebanner herunterladen. Würde mich freuen, das demnächst in der KVB zu sehen. (via @reeft)

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spellingmistakescostlives.com

CHATGPT SUICIDE MACHINE

New anti-chatbot ad that has started appearing on the London transport network.LLM chatbots like ChatGPT have been responsible for dozens of confirmed suicides, murders and serious mental health crises, particularly involving children and young people. Any product that is this dangerous to young ...

Never talk about goblins

Aus den OpenAI Codex base_instructions für GPT 5.5:

Never talk about goblins, gremlins, raccoons, trolls, ogres, pigeons, or other animals or creatures unless it is absolutely and unambiguously relevant to the user’s query.

Wtf. (via Simon Willison)

Update, 05.05.: OpenAI hat zwischenzeitlich einen Blogeintrag zum Thema veröffentlicht, der erklärt, warum es zu dieser Häufung an Goblins & Co. kam. Die im März eingestellte Nerdy-Persönlichkeit der KI wurde im Training nämlich dazu ermutigt, in Metaphern zu sprechen, für die sie dann besagte Kreaturen heranzog. Die nachfolgenden Modelle wie das aktuelle GPT-5.5 wurden dann wiederum mit diesen speziellen Anweisungen trainiert, weshalb sich das bis jetzt fortsetzt.

OpenAI’s new Codex app has the best ‘Computer Use’ feature I’ve ever tested

Federico Vittici über die „Computer Use“-Automati­sierungs­features der neuen Codex-Superapp von OpenAI, in der sie die Mac-Software-Steuerung des letzten Jahr gekauften und zuvor ebenfalls von Federico geteste­ten und gefeier­ten, aber noch nicht releaseten „Sky“ implemen­tiert haben, das von den ehe­maligen Workflow-/Apple-Shortcut-Entwickler gebaut wurde.

Ich habe die bisherige Codex-Nicht-Superapp in den letzten Wochen immer mal wieder für Coding-Tasks heran­gezogen und gute Ergebnisse damit erzielt, insb. wenn ich diese anschließend von einem anderen Modell habe korrigieren lassen, weil das natürlich immer nur 80%-Lösungen waren.1 Die „Computer Use“-Features sind noch nicht in Europa verfügbar, weshalb ich sie selbst­redend noch nicht testen konnte, aber ich hätte bereits zwei, drei konkrete Use Cases, die ich demnächst gerne auspro­bieren würde.

Codex kann hier heruntergeladen werden. Hier steht, wie ihr – außerhalb von Europa – „Computer Use“ aktiviert.

  1. Dafür hat sich übrigens Madman Gemini in Version 3.1 Pro etabliert. Komplete Aufgaben funktionieren für mich besser mit Claude oder eben GPT-Codex, aber für Review und Korrektur ist Gemini echt gut und bisweilen sogar besser. []
OpenAI’s New Codex App Has the Best ‘Computer Use’ Feature I’ve Ever Tested | OpenGraph Preview Image
macstories.net

OpenAI’s New Codex App Has the Best ‘Computer Use’ Feature I’ve Ever Tested

How many products does Microsoft have named ‘Copilot’? I mapped every one

Speaking of Copilot-Nonsense: Tey Bannerman hat sich die Mühe alle 80 (!) Dinge aufzulisten, die Microsoft „Copilot“ nennt.

Ursprünglich ein guter Name, hat M$ den zielsicher ad absurdum geführt. Da wirkt mittlerweile selbst „…GPT“ besser.

How many products does Microsoft have named ‘Copilot’? I mapped every one | OpenGraph Preview Image
teybannerman.com

How many products does Microsoft have named ‘Copilot’? I mapped every one

A few weeks ago, I tried to explain to someone what Microsoft Copilot is. I couldn’t… because the name ‘Copilot’ now refers to at least 75 different things.

Claude Code Source Deep Dive

Überaus interessante Analyse und Erklärung des Quellcode von Claude Code – hier eine Kopie auf Github –, der diese Woche via npm geleaked ist. Die Anwendung besteht demnach aus TypeScript und React, wenig überraschend Bun als Bundler (das im Dezember von Anthropic gekauft wurde) und einem Haufen CLI-Erweiterungen, damit das alles in einem Terminal läuft. (via @supergarv)

Claude Code Source Deep Dive — Markdown Engineering | OpenGraph Preview Image
markdown.engineering

Claude Code Source Deep Dive — Markdown Engineering

50-lesson architecture course built from 1,902 leaked Claude Code source files. Boot sequence to unreleased features, with Mermaid diagrams and real code.

„Copilot is for entertainment purposes only“

Schöner Fund von vowe in den aktuellen Terms of Use von Microsoft Copilot:

Copilot is for entertainment purposes only. It can make mistakes, and it may not work as intended. Don’t rely on Copilot for important advice. Use Copilot at your own risk.

Und richtigerweise bringt er auch direkt das „Are you not entertained?“-Meme aus Gladiator.

iMCP – A macOS app that provides an MCP server to your Messages, Contacts, Reminders and more

iMCP is a macOS app for connecting your digital life with AI. It works with Claude Desktop and a growing list of clients that support the Model Context Protocol (MCP).

KI-Zugriff auf den Apple Calendar, Contacts, Location, Maps, Messages, Reminders und Weather-Daten von macOS. Sehr spannend, wie aber zuvor bei OpenClaw vielleicht erstmal aus der Distanz beobachten… (via @marcelweiss)

Update, 19.03.: Somewhat related: Fantastical, die für mich immer noch beste Kalender-App auf macOS, hat jetzt auch einen MCP-Server für Claude.

GitHub - mattt/iMCP: A macOS app that provides an MCP server to your Messages, Contacts, Reminder... | OpenGraph Preview Image
github.com

GitHub - mattt/iMCP: A macOS app that provides an MCP server to your Messages, Contacts, Reminder...

A macOS app that provides an MCP server to your Messages, Contacts, Reminders and more