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New EU App Store Terms to Comply With DMA

Erinnert ihr euch an die US-amerikanische Firma, die sich beschwert, dass sie ihren proprie­täre AI-Assis­tenten in der EU nicht auf den Markt bringen könne und der EU-Kommission daher eine 18-monatige Vaporware-Übergangsphase vorgeschlagen hat?

Ja, genau diese Firma hat sich im Bezug auf die Preis­gestal­tung diesseits und jenseits des App Stores nun mit eben dieser, bösen EU geeinigt1 Und diese Einigung ist eine Bankrott­erklärung für das Ziel, das der Digital Markets Act eigentlich verfolgt:

  • Wer in App-Store-Apps alternative Bezahlmethoden anbieten, muss 20% an Apple abdrücken (10% wenn man am Small Business Program o.ä. teilnimmt).
  • Wer aus der App auf einen anderen Bezahlweg heraus­verlinkt (!), also z.B. auf seine Website, muss 15% bzw. 10% bezahlen.
  • Wer kostenpflichtige Apps außerhalb des App Stores, also direkt oder in alternativen Stores, vertreibt, muss 5% Core Technology Commission2 zahlen.

Wtf. Oder wie Michael Tsai es zusammenfasst:

I like that the new terms are simpler and that the fees are slightly lower, but it seems like the EU got tricked or surrendered here.

  1. „These changes resolve Apple’s disagreements with the Commission over business terms and alternative distribution“, heißt es im Apple Newsroom. []
  2. Der Link zeigt auf die bisherige “Core Technology Fee”, die ansonsten recht baugleich sein dürfte. []
Michael Tsai - Blog  -  New EU App Store Terms to Comply With DMA | OpenGraph Preview Image
mjtsai.com

Michael Tsai - Blog - New EU App Store Terms to Comply With DMA

These changes resolve Apple’s disagreements with the Commission over business terms and alternative distribution. They also reduce complexity by moving every developer that distributes apps in the EU to a single set of business terms.

MTG-I1 captures eclipse path of totality over Europe

Am Mittwoch fand u.a. über Europa eine Sonnen­finsternis statt. Hierzulande war es eine partielle Finsternis, die 85-89% der Sonne verdeckte, wie Wikipedia lehrt. Ich habe sie auf der Dach­terrasse des Hypercode-Offices verfolgt, während weit über uns der Satellit „Meteosat Third Generation Imager“ (MTG-I1) einen Blick auf die Nord­halbkugel hatte und das Spektakel schön aufge­zeichnet hat, wie die ESA nun geteilt hat.

MTG-I1 captures eclipse path of totality over Europe | OpenGraph Preview Image
esa.int

MTG-I1 captures eclipse path of totality over Europe

Yesterday between 20:26 and 20:34 CEST, parts of the Iberian peninsula experienced a total solar eclipse. This animation, composed of images from the Meteosat Third Generation Imager satellite (MTG-I1), caught the Moon’s dark shadow as it passed over Earth’s surface – converging with the advancing twilight shadow as dusk fell over Europe.

Brexit vote: 10 years on

Das Brexit-Referendum, bei dem 51,9 % der Briten für das Verlassen der EU votierten, was dann am 31.01.2022 in Kraft trat, ist heute genau 10 Jahre her.

Der Guardian hat dazu ein Dossier veröffentlicht, das hauptsächlich von den negativen Auswirkungen dieses ganz klaren politischen Fehltritts berichtet. Was damit sehr gut zum hiesigen Brexit-Hashtag-Content passt.

Bekanntlich gilt schließlich: There are no winners in Brexit. Also nur konsequent, dass Premierminister Nummer 5 seit dem Referendum gestern auch seinen Hut genommen hat. Und England heute schlecht spielt.

Morons.

Brexit vote: 10 years on | The Guardian | OpenGraph Preview Image
theguardian.com

Brexit vote: 10 years on | The Guardian

<p>A decade after the UK's defining referendum on EU membership, how has the country changed?</p>

Warum W Social mehr kalter Kaffee als heißer Scheiß ist

Mit W Social ist ein soziales Netzwerk gestartet, bei dem man sich nur nach Passkontrolle anmelden kann. Das ist keine gute Idee. Überhaupt spricht einiges dagegen, sich bei dem schwedischen Startup einen Account zuzulegen.

Netzpolitik.org mit einem treff­siche­ren Kom­men­tar von Markus Reuter zum neuen, europäischen Social Network „W Social“, das mit wsocial.news ganz klar unter der naheliegendsten TLD liegt, und über das heute zum Start der Public Beta vielerorts, z.B. in der Tagesschau, berichtet wurde.

Dabei ist das auf dem AT-Protokoll basierende W Social bereits alles andere als unum­stritten. In dem Kom­men­tar wird u.a. auf diesen Artikel von Elena Rossini ver­wie­sen, in dem sie einige Merkwürdig­keiten doku­men­tiert und Netz­aktivis­ten Aral Balkan zitiert, der ihr beipflichtet:

There have been so many red flags with W Social since its hastily cobbled-together announcement at Davos that they might as well make a red flag their logo.

Auf der Negativliste:

  • Ausweispflicht/Identitätszwang.
  • Quellcode neuerdings Closed Source.
  • Fragwürdige Nähe zu EU-Institutionen.
  • Trotz Freiheitsrhetorik privates, gewinnorientiertes Startup statt öffentlicher/unternehmensfreie Struktur.
  • Keine Blocklisten; auch Rechte wie Alice Weidel sollen willkommen sein.

Ich würde dementsprechend sagen: Mastodon und Eurosky sind auch ganz schön. Und zwar ohne, dass man das künftige Vergolden eines Privat­unter­nehmens einpreisen muss. Erstmal also kein @eay auf W Social News.

Ergänzung, 18.06.: Wie es besser geht, stünde z.B. hier.

Warum W Social mehr kalter Kaffee als heißer Scheiß ist | OpenGraph Preview Image
netzpolitik.org

Warum W Social mehr kalter Kaffee als heißer Scheiß ist

Mit W Social ist ein soziales Netzwerk gestartet, bei dem man sich nur nach Passkontrolle anmelden kann. Das ist keine gute Idee. Überhaupt spricht einiges dagegen, sich bei dem schwedischen Startup einen Account zuzulegen. Ein Kommentar.

„Siri AI will never come to the EU“

John Gruber, der neben der ominösen Pressemeldung auch noch ein Briefing von Apple zum Ausbleiben von Siri AI in der EU bekommen hat1:

There’s a massive gulf between what Apple is willing to do with Siri AI in the EU and what the Commission is demanding from Apple for DMA compliance. As things stand there’s no middle ground. Apple’s offers for compromise have been rejected. Unless one side changes its mind and concedes its current position, Siri AI will never come to the EU, and what Apple is saying here is that they’re unwilling to create the open-access-to-user-data system that the EC is demanding.

Michael Tsai wiederum schätzt insbesondere Apples der EU vorgeschlagenen Plan zur Entwicklung in den nächsten 18 Monaten wie folgt ein:

Apple is trying to give the impression that it did all this extra work to meet the DMA’s requirements, and yet the EC rejected its proposals, so it’s their fault Siri AI isn’t shipping in the EU. But it looks like the crux is that the Trusted System Agent is currently vaporware. What the EC rejected is that Apple wanted to be able to ship Siri AI now on the promise of future openness. The TSA would actually be built during this 18-month window of exclusivity. It’s not surprising that the EU would reject that proposal. The App Store doesn’t approve apps that flout the guidelines but promise to comply later. It doesn’t even entertain proposals of the form, “If I built this would it be approved?”

Vaporware“ klingt deutlich anders. Und mehr nach dem, was EU-Kom­missions­sprecher Thomas Regnier auf LinkedIn (what?) preisgibt:

[Instead] of offering a compliant solution, Apple asked to be exempted from its interoperability obligations under the DMA — and this for 18 months.

That’s not an option. EU rules are non negotiable.

Ich schätze, der Markt wird‘s richten. Als könnte Apple es sich langfristig leisten, iOS in der EU ohne AI-Integration anzubieten, während die Konkurrenz genau das tut. Allerdings könnte das noch etwas dauern.

  1. Gruber ist bekanntlich ein hervor­ragender, von mir sehr geschätzter Apple-Beobachter, ist aber in seiner Bericht­erstattung zum Machtkampf zwischen Cupertino und Brüssel für meinen Geschmack oft zu nah an Apple-Positionen. Um nicht zu sagen, er übernimmt deren EU-kritische Standpunkte. []
Apple: ‘Due to DMA, Siri AI Delayed in EU for iOS 27 and iPadOS 27’ | OpenGraph Preview Image
daringfireball.net

Apple: ‘Due to DMA, Siri AI Delayed in EU for iOS 27 and iPadOS 27’

Link to: https://www.apple.com/newsroom/2026/06/due-to-dma-siri-ai-delayed-in-eu-for-ios-27-and-ipados-27/

The European Social Stack — An open declaration

Eine Deklaration für offene, dezentrale Social-Plattformen und Messaging-Protokolle in, aus und für Europa. Heute vorgestellt auf der PublicSpaces Conference in Amsterdam und mitgetragen u.a. von A New Social, Eurosky und Mastodon. Das neue, europäische Netzwerk W Social, das wie Bluesky oder eben Eurosky ebenfalls auf dem AT-Protokoll aufsetzt, fehlt hier allerdings auffälligerweise.

Ansonsten richtig und wichtig. Während Demokratie, Meinungsfreiheit, Vernetztheit und Gemeinsamkeit überall auf der Welt ins Hintertreffen geraten, sollten wir das, was Europa und die EU auszeichnet, auch im Netz fördern und vorleben.

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european.social

The European Social Stack — An open declaration

Social media’s impact on society and citizens clearly shows the need for change. Europe has a strong ecosystem of social companies and a deep well of expertise in designing and operating social protocols. We are building on this to move away from large monopolistic platforms with their authoritarian governance and editorial positions, and are joining forces to establish a diverse and resilient information infrastructure in Europe.

Wero Tracker – European Payment Adoption Progress

Follow Wero’s rollout across Europe’s banks and online shops.

Ich habe beim letzten Di-Day, wie es sich gehört, Wero in Betrieb genommen und muss sagen, dass das aktuell eine mittelschwere Enttäuschung ist. Technisch mag das ja alles funktionieren und die Idee, sich von den US-Zahlungsdienstleistern abzukoppeln, ist überaus begrüßenswert. Aber wie so oft im europäischen Tagesgeschehen finden wir bei Wero ein zerstückeltes und unzugängliches Wirrwarr vor – weshalb es ja so einen Tracker braucht. (via chez @heibie)

Macht meine Bank mit? Vielleicht. Gibt es eine App? Nein. Also doch, aber nur, wenn du Postbank-Kunde bist. „Bei allen anderen teilnehmenden Banken findest du Wero in deiner Banking-App“ heißt es im letzten Screenshot des App-Store-Eintrags der App. Kann ich damit schon irgendwo bezahlen? Nicht wirklich, aber die Website verspricht: „Schon bald kannst du mit Wero auch im Geschäft bezahlen, und weitere spannende Features stehen bereits in den Startlöchern.“

Und in meiner Banking-App: habe ich Probleme, Wero wiederzufinden. Kein Wero-Menüpunkt, kein Icon, kein gar nichts auf erster Ebene oder gar prominent platziert. Ich erinnerte mich dann daran, dass ich bei der Aktivierung widerwillig feststellte, dass Wero direkt mit meinem Girokonto verknüpft ist (und nicht wie bei PayPal ein eigenes „Konto“ darstellt), was mich Wero dann auch wiederfinden ließ – innerhalb meines Girokontos. 🤷‍♂️

Nutzeransprache und UX sind hier aktuell überaus dürftig. Eine Ausweitung der App auf weitere Banken wäre wünschenswert. Die Integration in bestehende Banking-Apps muss prominenter, mehr on brand und intuitiver werden. Ich wüsste nicht, wie man das gerade guten Gewissens seinen Eltern oder nicht technisch affinen Freunden erklären sollte. Insofern wäre meine Empfehlung, abwarten und nichts tun – was aber auch genau das ist, was ich mit aktivier­tem Wero jetzt tun werde bzw. tun muss, weil ich kann es ja nirgendwo benutzen.

Wero Tracker - European Payment Adoption Progress | OpenGraph Preview Image
werotracker.eu

Wero Tracker - European Payment Adoption Progress

Track Wero payment adoption across European banks. See which banks support P2P, online, and in-store payments.

20 Years of Digital Life, Gone in an Instant, thanks to Apple

Der Australier Paris Buttfield-Addison ist seit über 20 Jahren Apple-Enthusiast, hat tausende Dollar in verschiedene das Ökosystem und Downloads investiert und ist darüber hinaus Autor von Objective-C- und Swift-Programmierbüchern. Nachdem er nun eine scheinbar kompromittierte Apple-Prepaid-Karte gekauft hat, wurde seine Apple-ID gesperrt – und der First Level Support scheitert an Verständnis, Lösung oder ordentlicher Weitergabe. Ein digitaler Albtraum. (via vowe)

Die Geschichte reiht sich (jedoch ohne politischen Hintergrund) in die des Falls des französischen Richters Nicolas Guillou vom Internationalen Strafgerichtshof ein, der von den USA sanktioniert, nachdem dieser Haftbefehle u.a. gegen den israelischen Premierminister erlassen hat. In der Folge wurden seine Online-Dienste wie Amazon, Airbnb und Expedia gesperrt, ebenso seine Visa- und Mastercard-Kreditkarten, sowie PayPal-Konten, was einem Ausschluss aus dem internationalen Finanzsystem und Unterbinden digitaler Teilhabe gleichkommt.

Update, 27.12.: Auf Mastodon hat mich Mere Civilian auf sein sehr ähnlich gelagertes Problem aufmerksam gemacht, wonach auch seine Apple-ID gesperrt wurde. Auch hier scheiterte der Support, erst das Auftauchen von Ansprechpartnern der Apple Executive Relations brachte schließlich Abhilfe. Warum der Account genau geschlossen wurde, blieb jedoch unklar.

Paris Buttfield-Addison hat mittlerweile auch ein Update in seinem Artikel veröffentlicht, wonach auch er – nach großer Presse­bericht­erstattung – von einem Executive Relations-Vertreter kontaktiert worden sei, der den Account dann auch wiederherstellen konnte. Grund hier war wohl, wie vermutet, eine bereits eingelöste Gift Card. Warum das jedoch zu so einem drastischen Schritt führt, bleibt weiterhin besorgniserregend.

20 Years of Digital Life, Gone in an Instant, thanks to Apple | OpenGraph Preview Image
hey.paris

20 Years of Digital Life, Gone in an Instant, thanks to Apple

Summary: A major brick-and-mortar store sold an Apple Gift Card that Apple seemingly took offence to, and locked out my entire Apple ID, effectively bricking my devices and my iCloud Account, Apple Developer ID, and everything associated with it, and I have no recourse. Can you help? Email paris ...

Tim Berners-Lee: Why I gave the world wide web away for free

[…] We need a Cern-like not-for-profit body driving forward international AI research.

[…] If we are able to muster it, we have the chance to restore the web as a tool for collaboration, creativity and compassion across cultural borders. We can re-empower individuals, and take the web back. It’s not too late.

Da die AI-Entwicklung in China und den USA zu sehr von „for profit“ & „for propaganda“ geprägt wird, könnte, sollte und müsste das eine europäische Initiative sein.

Why I gave the world wide web away for free | Tim Berners-Lee | OpenGraph Preview Image
theguardian.com

Why I gave the world wide web away for free | Tim Berners-Lee

My vision was based on sharing, not exploitation – and here’s why it’s still worth fighting for