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Omarchy – Keyboard- and AI-First, Opinionated Linux

Kurze Lebendmeldung aus dem Krankenlager: Ich liege seit gestern Abend halbwegs flach, was 1. unge­wöhn­lich für mich ist und 2. insbesondere da es dem Rest der Familie gut geht (hoffen wir, dass das so bleibt!).

Heute hatte ich jedenfalls tagsüber genug Gelegen­heit, zwischen Couchschlaf und dem FC‑Spiel – ein sehr schöner Auftakt, siehe meinen Mastodon‑Post – mich durch YouTube zu klicken1. Dabei wurde mir immer wieder Omarchy vorge­setzt, die seit letztem Jahr von David Heinemeier Hansson entwickelte Linux-Distri­bution, die gerade in Version 4.0 „Quattro“ erschienen ist und sich auf die Fahnen geschrieben hat, gut auszu­sehen, Keyboard- und AI-first zu sein und natürlich opinionated von ihrem Autor zu sein. Dass ich den aus offen­sicht­lichen Gründen schwierig finde, ist klar.

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(YouTube Direktlink)

Was ich jedoch in den Videos von seinem auf Arch Linux, Hyprland und Wayland basierenden Open-Source-Betriebssystem gesehen habe, stimmt mich bzgl. Linux und der Zukunft von Personal Computing ganz positiv, ist es hier doch einer kleinen Gruppe gelungen, ein spannendes, entwickler­freund­liches, etwas anderes OS zu bauen bzw. so vorzu­konfigu­rieren, das man keine Technik­teile gegen die Wand werfen möchte [drama­tisierte Darstellung von Linux-Nutzung].

Klar, auf den Schultern von Giganten und unter Einsatz einer Trilliarde Tokens, aber es zeigt, was möglich ist. Insbesondere, dass jegliches Verhalten bis hin zum UI über Configs angepasst werden kann, zeigt, hier noch im freien Developer-Umfeld, was in Zukunft für jedermann in einer Sandbox möglich sein wird. Und es motiviert OpenAI & Co. vermutlich doch noch ein eigenes OS zu bauen. Ohje.


Update, 31.08: Auf Mastodon/in den Kommentaren hat libewa richtigerweise angemerkt, dass es diese Individualisierung, genannt Ricing, schon immer gab und man vielleicht nicht seinen eigenen „Rice mit Extra-Bash als Distro ver­kaufen und dafür Millionen sammeln“ sollte – vor allem wenn man die darunter liegenden Sicherheits­konzepte nicht vollends durch­blickt. Und natür­lich finden sich solche Probleme auch bei Omarchy Quattro sofort: “Omarchy: Any User Process Can Escalate to Root”. Oh-oh.

Kurz zur Konkretisierung: Dass die AI-erarbeitete Linux-Distribution eines Linux-Neulings nicht ideal ist, war zu erwarten – wenn auch nicht so schlimm. Aller­dings ging es mir darum nicht: Was ich an dem Projekt interessant finde, ist das jemand mit vergleichs­weise geringen Mitteln (außer Zeit und natürlich dem Geld für die Trilliarde Tokens) in der Lage ist, sowas umzu­setzen. Stellen wir uns jetzt mal vor, hier wäre kein Blender, sondern jemand am Werk, der oder die genau weiß, was er oder sie tut. Und das stimmt mich positiv.

Und nochmal zu DHH: Matt Birchler hat in seinem Podcast in der letzten Woche (Folge “This phone folds. It folds!”) ganz gut einge­ordnet, warum Omarchy gerade verfängt:

It’s gotten quite a bit of press. And it’s because DHH is a really annoying, kind of evil guy in some ways. Let’s just say extremely problematic. But anyway, he gets attention.

Und auch das stimmt natürlich. Omarchy ist nur eine weitere Distribution. Ricing ist bei allen von diesen möglich. Und das hier ist nur bekannt, weil DHH bekannt ist.

Was ich also hätte schreiben sollen: AI-basiertes Ricing stimmt mich positiv was die Zukunft von Personal Computing angeht, in der man sein System (dann hoffent­lich sicher) einstellen kann, wie es einem beliebt.

  1. Falls Google fragt, lebe ich jetzt in einem Hotel ist Bratislava. []
Omarchy | OpenGraph Preview Image
omarchy.org

Omarchy

Beautiful, Fun & Opinionated Linux by DHH

Little Snitch for Linux

Der von mir schon ewig1 genutzte und geschätzte Mac-Netzwerk­monitor Little Snitch ist für Linux erschienen. Das ist sehr gut, denn ohne Zweifel würde ich an dem Tag, wo ich kein macOS mehr nutze, wohl ein Linux-Nutzer werden.

Genau das hat sich nämlich auch Christian von Little-Snitch-Entwickler Objective Development gedacht, als er zuletzt auf Linux unterwegs war, wie er im passender­weise „Because nothing else came close“ betitelten Blogeintrag zum Release schreibt.

Little Snitch for Linux ist kostenlos und „will stay that way“ (!) und ist, wie er schreibt, hauptsächlich ein Privacy-Tool und nicht wie unter macOS ein Security-Tool.

  1. Ich wünsche viel mehr Menschen, die Befriedigung zu erfahren, die daraus entsteht, einen eigenen Blogeintrag nach über einem Jahrzehnt, verlinken zu können, weil noch irgendwie relevant. []
Little Snitch for Linux | OpenGraph Preview Image
obdev.at

Little Snitch for Linux

Discover powerful applications such as Little Snitch Mini, Little Snitch, LaunchBar and Micro Snitch.

Are we stuck with the same Desktop UX forever?

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(YouTube Direktlink)

In this talk, Scott Jenson gives examples of how focusing on UX – instead of UI – frees us to think bigger. This is especially true for the desktop, where the user experience has so much potential to grow well beyond its current interaction models. The desktop UX is certainly not dead, and this talk suggests some future directions we could take.

Großartiger Vortrag beim Ubuntu Summit 25.10 von Scott Jenson, seines Zeichens UX-Designer, der zuvor bei Apple und Google gearbeitet hat und nun Mastodon und Home Assistant unterstützt.

Während Jenson über die UX unserer Desktop-Betriebssysteme und fehlende Innovationen in dem Bereich von Apple & Co. spricht und sich damit natürlich an die Linux-Entwickler im Raum richtet, droppt er so viele Konzepte und Ideen, dass ich – ohne selbst Operating Systems zu designen, sondern nur kleine und manchmal große Anwendungen – vor Inspiration geflasht war, den Talk schon drei Mal geguckt habe und natürlich auch den Studierenden meines User-Experience-Seminars nahegelegt habe.

Wenn ihr euch für das Feld interessiert, also eine große Empfehlung!

Update, 03.08.: Hier berichte ich über einen Follow-Up-Vortrag von Jenson zur Weiterentwicklung der Desktop-UX.

Ubuntu-Probefahrt

Während die ganze Blogwelt Lobeshymnen auf Leopard scheibt und es sich einige, fuchsige Füchse sogar auf ihren PCs installieren, habe ich heute einen Blick in die wunderbare Welt von Linux geworfen. Und das geht so: Ubuntu-CD runterladen, brennen und neustarten und – tada! – das Live-System zaubert ein voll funktionsfähiges Ubuntu-System auf meinen fiesen Windows-Rechner. Betriebssystem testen war nie einfacher!

Aber auch generell als Betriebssystem überzeugt Ubuntu – ich könnte mir durchaus vorstellen es zu installieren und Vollzeit zu nutzen. Bisher habe ich jedoch zwei Kritikpunkte: keine Standardschriftarten wie Arial und Verdana (vgl. Screenshot von eayz), kein iTunes. Für beide Probleme gibt es jedoch dürftige Lösungen, die mich zumindest milde stimmen und mich mit einer Parallel-Installation von Windows und Ubuntu liebäugeln lassen.

Den Test per Live-System, das von der CD startet, kann ich jedenfalls schon mal jedem empfehlen, der sich für so’n Kram interessiert. Lohnt sich und ist mehr OS X als Windows.