Einträge von Mai 2015

State of the Daten-Roaming

Nicht nur, dass wir hierzulande deutlich mehr als die meisten anderen Europäer für unsere Handytarife und Datenpakete bezahlen, nein, auch außerhalb unserer Landesgrenzen bezahlen wir uns dumm und dusselig, wie ich in der vergangenen Woche einmal mehr am eigenen Geldbeutel erfahren musste. Die verbrachte ich nämlich in Frankreich und einen Tag in England, wofür sie ich bei Congstar folgende Pakete buchen musste1:

1x 100 MB Wochenpass in Frankreich = 9,90 Euro
1x 50 MB Tagespass in England = 2,90 Euro
1x 50 MB Tagespass in Frankreich = 2,90 Euro

Für ein Mikro-Datenvolumen von 200 MB waren das sagenhafte 15,70 Euro (zum Vergleich: In Deutschland zahle ich 12,90 Euro für 1 GB – was im EU-Vergleich aber auch deutlich zu teuer ist). Und natürlich funktioniert ein EU-Auslandstarif keinesfalls länderübergreifend, sondern muss scheinbar für jedes Land erneut gebucht werden, wodurch der vorherige, na klar, verfällt. Wie könnte es anders sein?

Glücklicherweise haben Frankreich und England trotz ihrer ebenfalls sehr überwachungswütigen Natur aber keine Störerhaftung, so dass es wirklich überall, vom Café bis zum Supermarkt, kostenloses WLAN gibt. So konnte ich das Daten-Roaming oftmals ausstellen und Bandbreite sparen, wo ansonsten noch viele weitere Tages- und Wochenpakete drauf gegangen wären.

Dennoch: Das ist kein Zustand. Hier besteht Handlungsbedarf für die EU. Die Realität sieht bis 2019 aber anders und in der Zwischenzeit eher wahnwitzig (80 MB pro Jahr…) aus:

Beim Roaming erwägen die EU-Länder die Zusatzgebühren im Ausland erst Ende 2018 abzuschaffen, während die Abgeordneten Ende nächstes Jahr anpeilen. In der Zwischenzeit sollen bei 40 Telefonminuten, 40 SMS und Datenübertragungen bis zu 80 Megabyte pro Jahr die Zuschläge bei Reisen in andere Mitgliedsstaaten entfallen.

Da sollte schleunigst nachgebessert werden. Ein von Ländergrenzen unabhängiger, kostengünstiger Zugang zum mobilen Datennetz muss her. 145,8 von 742,5 Millonen EU-Bürgern, die allein (!) in 2014 neue Smartphones gekauft haben, werden es Ihnen danken.

  1. Ja, „musste“, kein mobiles Internet ist nämlich keine Option. Wir leben schließlich in der Zukunft. []

@POTUS

Bleiben wir bei Weltpolitik: Barack Obama ist neuerdings Twitter-Nutzer, was wiederum diese lustige Rückfrage seitens Bill Clinton zur Folge hatte:

(via Daring Fireball)

Und was macht unsere Kanzlerin derweil? Twitter- und Arbeitsverweigerung…

Update, 20.05.2015: Allerdings solltet ihr euch zwei Mal überlegen, ob ihr @POTUS antwittert oder erwähnen wollt, wie die Washington Post berichtet:

Not only does the Secret Service already monitor Twitter for threats, but the White House is archiving each and every thing @POTUS tweeters say.

5 kurze Jahre eay.li

Für die Statistik: Vor fünf Jahren, am 17.05.2010, habe ich mit eay.li meinen eigenen URL-Shortener gestartet. Heutzutage muss eigentlich nichts mehr gekürzt werden, aber was man damals™ davon hatte, habe ich hier festgehalten. Dennoch in Anbetracht solcher Hiobsbotschaften gilt weiterhin: Wenn kürzen, dann selbst. Vor allem wenn es gebrandete Kurz-URLs sein sollen, siehe gutja(hr).

Was ich aber eigentlich sagen wollte, für die Statistik: Insgesamt sind bei eay.li in den fünf Jahren rund 3.500 Links zusammen gekommen, davon rund 2.500 zu Posts in diesem Blog (für die auch rückwirkend Kurz-URLs angelegt wurden). Die 3.500 verkürzten Links wurden rund 520.000 Mal angeklickt, was knapp 150 Klicks pro Link sind (wobei die rückwirkend vergebenen Links in der Praxis natürlich kaum dazu beigetragen haben). Die Top 3 Kurz-URLs sind derzeit:

  1. https://eay.li/o mit 4.400 Klicks (Heiliger Hype!)
  2. https://eay.li/1f8 mit 2.800 Klicks (404’d seltsamerweise, war aber das hier)
  3. https://eay.li/urls mit 1.700 Klicks (Meta!)

Nicht schlecht, wie ich finde. Aber halt auch nicht wirklich aussagekräftig. Bleiben wir mal gespannt, ob in fünf Jahren überhaupt noch jemand weiß, was URL-Shortener sind. (Der Open-Web-Verfechter in mir sagt: Hoffentlich nicht.)