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            "content_html": "\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https://eay.cc/uploads/2012/johncarter.jpg\" alt=\"\" style=\"float: right; margin: 0 0 5px 8px;\" class=\"photo\" />Bevor ich \u00bb<a href=\"http://www.imdb.com/title/tt0401729/\">John Carter</a>\u00ab im Kino sah, hatte ich keine Ahnung von <a href=\"//eay.cc/2012/john-carter-bucher-als-ebooks/\">der Materie</a>. Nur vom Hickhack, das um die Verfilmung gemacht wurde, hatte ich dann und wann etwas mitbekommen.</p>\n<p>Erstmals sollte <a href=\"http://de.wikipedia.org/wiki/Edgar_Rice_Burroughs\">Edgar Rice Burroughs</a> Romanserie um John Carter, die in ihrer urspr\u00fcnglichen Magazinform zwischen 1912 und 1943 erschien, n\u00e4mlich bereits in den 1930er Jahren von MGM als Animationsfilm verfilmt werden. Doch nach weniger erfolgreichen Testscreenings verlor MGM Vertrauen in eine SciFi-Produktion &#8211; woraufhin Universal mit dem <a href=\"http://en.wikipedia.org/wiki/Flash_Gordon_(serial)\">Flash Gordon Serial</a> ironischerweise gro\u00dfe Erfolge feierte. In den 80ern kaufte Disney dann die Rechte, um einen Konkurrenten zu Conan und Star Wars aufzubauen. Tom Cruise wurde als Hauptrolle gehandelt. Doch nachdem die Rechte wegen Disneys Nichtstun zur\u00fcck an Borroughs Erben gingen, ging der Irrsinn weiter: Nach Lekt\u00fcre der Biografie von Filmgeek <a href=\"http://en.wikipedia.org/wiki/Harry_Knowles\">Harry Knowles</a> (von <a href=\"http://www.aintitcool.com/\">Ain&#8217;t It Cool News</a>) wollte sich Paramount-Produzent <a href=\"http://www.imdb.com/name/nm0413208/\">James Jacks</a> (\u00bbDie Mumie\u00ab) John Carter annehmen. Aus einem Bidding war<a href=\"https://eay.cc/2012/review-john-carter/#footnote_0_19241\" id=\"identifier_0_19241\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"&bdquo;MORE than one studio wants to buy your movie. Then you get to hear two of the most wonderful words you can hear as a writer: Bidding war! Woo-hoo! Two studios (or, super woo-hoo, more than two studios) have to outbid each other for your movie. And that&acute;s superfun. Then who knows&acirc;\u0080\u0094the sky is the limit.&ldquo; aus Writing Movies for Fun and Profit von Robert Ben Garant and Thomas Lennon. Lese ich gerade, bisher sehr gut.\">1</a> mit Columbia um die Rechte ging Paramount schlie\u00dflich als Sieger hervor und kann 2004 sogar <a href=\"//eay.cc/tag/robert-rodriguez/\">Robert Rodriguez</a> als Regisseur gewinnen. Dieser tritt jedoch wegen \u00c4rger mit der Directors Guild of America aus selbiger aus und da Paramount nur DGA-Regisseure besch\u00e4ftigen darf, lag das Projekt erstmal auf Eis. 2005 sollte dann <a href=\"http://en.wikipedia.org/wiki/Jon_Favreau\">Jon Favreau</a> \u00fcbernehmen, bestand aber darauf, weniger auf CGI als vielmehr auf klassische Effekte und Makeup zu setzen. 2006 wurde es Paramount dann doch zu bunt, man gibt \u00bb<a href=\"//eay.cc/2009/star-trek-2-punkt-0/\">Star Trek</a>\u00ab den Vorzug, und Favreau zieht weiter zu \u00bb<a href=\"//eay.cc/2008/i-am-iron-man/\">Iron Man</a>\u00ab, womit ihm dann der gro\u00dfe Durchbruch gelingt.</p>\n<p>2007 ersteht Disney schlie\u00dflich erneut die Rechte und leiht sich aus der hauseigenen Gelddruckerei<a href=\"https://eay.cc/2012/review-john-carter/#footnote_1_19241\" id=\"identifier_1_19241\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"also known as Pixar.\">2</a> den \u00bbFindet Nemo\u00ab- und \u00bb<a href=\"//eay.cc/2008/wall-e-and-eve-in-love/\">Wall-E</a>\u00ab-Regisseur <a href=\"http://www.imdb.com/name/nm0004056/\">Andrew Stanton</a> aus, um John Carter vom Mars endlich, endlich auf die Leinwand zu bannen. Stanton bekommt daraufhin eine Viertel Milliarde Dollar an die Hand und schickt den amerikanischen B\u00fcrgerkriegsveteranen John Carter (gespielt von <a href=\"http://de.wikipedia.org/wiki/Taylor_Kitsch\">Taylor Kitsch</a>), der eigentlich nur eine H\u00f6hle voller Gold sucht und sich ansonsten aus allem heraushalten will, auf den Mars. W\u00e4hrend Carter versucht zu verstehen, an welch merkw\u00fcrdigem, von Menschen- und Marsm\u00e4nnchen-\u00e4hnlichen V\u00f6lkern bewohnten Ort er sich da eigentlich befindet, passiert es dann doch wieder: Der m\u00fcrrische Carter ger\u00e4t zwischen die Fronten. Klar, dass er sich auf die Seite des Volkes mit der h\u00fcbschesten (und menschlichsten) Prinzessin schl\u00e4gt und 132 Minuten sp\u00e4ter der gefeierte und nicht mehr ganz so m\u00fcrrische Marsheld ist.<a href=\"https://eay.cc/2012/review-john-carter/#footnote_2_19241\" id=\"identifier_2_19241\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Seriously: Wer jetzt &bdquo;SPOILER!!!&ldquo; ruft, hat bisher nichts verstanden.\">3</a> In der Zwischenzeit wird uns der Konflikt von &#8222;Barsoom&#8220;, so wird der Mars von den Marsianern genannt, n\u00e4her gebracht, der den Planeten langsam aber sicher sterben l\u00e4sst. Wir erfahren, dass dunkle M\u00e4chte f\u00fcr diese Entwicklungen verantwortlich sind und lernen immer mal wieder ein paar CGI-Figuren und -Monster kennen, die immerhin mehr <a href=\"http://de.james-camerons-avatar.wikia.com/wiki/Na'vi\">Na\u00b4vi</a> und weniger <a href=\"http://www.jedipedia.de/wiki/Gungan\">Gungans</a> sind. Hinzu kommen Steampunk-\u00e4hnliche Flugschiffe, \u00fcber die John Carter genauso verbl\u00fcfft ist, wie die Prinzessin vom Mars \u00fcber irdische Schiffe, die sich auf dem Wasser fortbewegen. Eine interessante, zu Beginn \u00fcberaus am\u00fcsante und schlussendlich grandiose Rahmenhandlung erkl\u00e4rt, warum und wie Carter von der Erde nach Barsoom kam.</p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https://eay.cc/uploads/2012/johncarter2.jpg\" alt=\"\" style=\"float: left; margin: 0 18px 5px 0;\" class=\"photo\" /> Aus all dem kreieren Stanton &#038; Co. eine glaubhafte Welt mit liebenswerten CGI- und Nicht-CGI-Figuren, einem charismatischen Helden und einer ausreichend spannenden Story. Der einzige gro\u00dfe Kritikpunkt, der eigentlich gar keiner ist: All das hat man schon mal irgendwo anders gesehen. Auf <a href=\"http://www.jedipedia.de/wiki/Tatooine\">Tatooine</a>, auf <a href=\"http://de.james-camerons-avatar.wikia.com/wiki/Pandora\">Pandora</a>, auf <a href=\"http://en.wikipedia.org/wiki/Dune_(novel)\">Arrakis</a> und irgendwo dazwischen. Kein Wunder: Burroughs Barsoom-Serie hat so ziemlich alle fantastischen Science-Fiction-Werke, die wir kennen und lieben beeinflusst. James Cameron verriet, dass er sich bei den <a href=\"http://barsoom.wikia.com/wiki/Thark\">Tharks</a> f\u00fcr die Na\u00c2\u00b4vi hat inspirieren lassen. <a href=\"http://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Herbert\">Frank Herbert</a> ist es so ergangen, ebenso wie George Lucas. Man kann den Einfluss von Burroughs Schundromanen auf die Macher unserer heutigen Popkultur eigentlich nicht zu hoch einsch\u00e4tzen. Die Konsequenz: Die Arena in \u00bbJohn Carter\u00bb sieht der Arena in \u00bbEpisode II\u00ab sieht der Arena in Burroughs B\u00fcchern sehr \u00e4hnlich. \u00bbJohn Carter\u00ab nun vorzuwerfen, er w\u00e4re ein billiger Abklatsch, ist also mehr als unberechtigt. Schlie\u00dflich funktioniert das alles auf Barsoom, im Film.</p>\n<p>Wenn man jetzt noch davon absieht, dass Carters Entwicklung zwischenzeitlich etwas zu schnell abl\u00e4uft, der Soundtrack zwar solide aber beim Verlassen des Kino sofort vergessen ist und man mit <a href=\"http://www.imdb.com/name/nm0835016/\">Mark Strong</a> auf Hollywoods B\u00f6sewichtfertiggericht gesetzt hat, muss ich sagen, dass ich \u00fcberraschenderweise \u00fcberaus begeistert war. George Lucas hat im Rahmen seiner Promotiontour zu \u00bb<a href=\"http://www.imdb.com/title/tt0485985/\">Red Tails</a>\u00ab gesagt, dass der WW2-Fliegerfilm &#8222;<a href=\"https://twitter.com/#!/Eay/statuses/157515822481424384\">as close as you&#8217;ll ever get to Episode 7</a>&#8220; w\u00e4re. Ich w\u00fcrde sogar soweit gehen &#8211; auch wenn ich nun ein gef\u00e4hrliches, verachtetes Leben f\u00fchre &#8211; und sagen, dass das \u00bbJohn Carter\u00ab ist. \u00bbJohn Carter\u00ab ist der Star Wars-\u00e4hnlichste Film, den ich in den letzten Jahrzehnten gesehen habe. Und das sage ich ganz objektiv als gr\u00f6\u00dfter Star Wars-Fan auf dieser Webseite. Ist \u00bbJohn Carter\u00ab so gut wie (irgendein alter) Star Wars? Nein. So gut wie \u00bb<a href=\"//eay.cc/2009/review-avatar-aufbruch-nach-pandora/\">Avatar</a>\u00ab? Nein. Aber die Antwort liegt irgendwo dazwischen. W\u00e4re ich zum Zeitpunkt der Sichtung 13 Jahre alt gewesen (und nicht 13&#215;2+1), h\u00e4tte ich den Film ohne jeden Zweifel geliebt. Und immerhin kann ich auch heute noch erkennen, warum.</p>\n<p>Daher ist es auch eine Schande, dass Stanton mit dem Unterfangen Disneys neuestes SciFi-Franchise zu erschaffen, &#8211; das k\u00f6nnen wir zwei Wochen nach dem weltweiten Kinostart leider mit Fug und Recht sagen &#8211; gescheitert ist<a href=\"https://eay.cc/2012/review-john-carter/#footnote_3_19241\" id=\"identifier_3_19241\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Wie zuvor schon sein Kollege Joseph Kosinski mit dem uns&auml;glichen &raquo;Tron: Legacy&laquo;, wo das Scheitern jedoch vollkommen gerechtfertigt war.\">4</a>. Auch wenn \u00bbJohn Carter\u00ab international um ein Vielfaches erfolgreicher war als in den USA: Die Hoffnung auf ein Sequel, das der Film definitiv in die Wege leitet und an dem Stanton bereits arbeiten soll, stirbt im Angesicht von <a href=\"http://mediadecoder.blogs.nytimes.com/2012/03/19/200-million-write-down-for-john-carter-disney-says/\">200 Millionen Miesen bei Disney</a> augenblicklich. Eine Schande. Ich w\u00e4re so gerne nach Barsoom zur\u00fcckgekehrt.</p>\n<p><strong><a href=\"http://eay.cc/emdb/\"><img decoding=\"async\" src=\"/uploads/pages/emdb/emdb_mini.gif\" alt=\"EMDb\" style=\"vertical-align: middle;\" /></a> &#8211; Rating:</strong> <img decoding=\"async\" src=\"/uploads/pages/emdb/s_4-5.gif\" alt=\"4,5/5\" style=\"vertical-align: text-bottom;\" /></p>\n<img decoding=\"async\" src=\"https://eay.cc/wordpress/count.php?url=https%3A%2F%2Feay.cc%2F2012%2Freview-john-carter%2F\" style=\"border:0;\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\" /><ol class=\"footnotes\"><li id=\"footnote_0_19241\" class=\"footnote\">&#8222;MORE than one studio wants to buy your movie. Then you get to hear two of the most wonderful words you can hear as a writer: Bidding war! Woo-hoo! Two studios (or, super woo-hoo, more than two studios) have to outbid each other for your movie. And that\u00b4s superfun. Then who knows\u00e2\u0080\u0094the sky is the limit.&#8220; aus <a href=\"http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/1439186758/eayznet-21\">Writing Movies for Fun and Profit</a> von Robert Ben Garant and Thomas Lennon. Lese ich gerade, bisher sehr gut.</li><li id=\"footnote_1_19241\" class=\"footnote\">also known as Pixar.</li><li id=\"footnote_2_19241\" class=\"footnote\">Seriously: Wer jetzt &#8222;SPOILER!!!&#8220; ruft, hat bisher nichts verstanden.</li><li id=\"footnote_3_19241\" class=\"footnote\">Wie zuvor schon sein Kollege Joseph Kosinski mit dem uns\u00e4glichen \u00bbTron: Legacy\u00ab, wo das Scheitern jedoch vollkommen gerechtfertigt war.</li></ol>",
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