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            "content_html": "\n<p>Wie wohl fast jeder <em>ernsthafte</em> Twitter-User nutze ich den Service haupts\u00e4chlich durch Apps von Drittanbietern (mein Favorit ist seit jeher <a href=\"http://www.echofon.com/twitter/iphone/\">Echofon</a>). Die vielen guten Clients sind das, was Twitter gro\u00df gemacht hat und der (einzige?) gro\u00dfe Vorteil gegen\u00fcber allen anderen Social Networks. Twitter scheint das aber zunehmend zu vergessen: <a href=\"http://mashable.com/2011/03/12/twitter-api-clients/\">Im M\u00e4rz 2011</a> legte man externen Entwicklern bereits nahe, keine kompletten Clients mehr zu programmieren (<a href=\"https://groups.google.com/forum/#!msg/twitter-development-talk/yCzVnHqHIWo/sC34r_ZyMLYJ\">hier der Originalpost</a> von Twitter-Developer Ryan Sarver), gestern wurde Product Manager Michael Sippey dann <a href=\"https://dev.twitter.com/blog/delivering-consistent-twitter-experience\">nochmal konkreter und k\u00fcndigte an</a>, dass die API-Guidelines in den kommender Wochen versch\u00e4rft werden. In Twitter-Neusprech liest sich das dann so: </p>\n<blockquote><p>We\u00b4re building tools for publishers and investing more and more in our own apps to ensure that you have a great experience everywhere you experience Twitter, no matter what device you\u00b4re using. You need to be able to see expanded Tweets and other features that make Twitter more engaging and easier to use. These are the features that bring people closer to the things they care about. These are the features that make Twitter Twitter. We&#8217;re looking forward to working with you to make Twitter even better.</p></blockquote>\n<p>Und &#8222;bring people closer to the things they care about&#8220; ist dabei nicht viel mehr als eine Beleidigung an jeden nicht vollkommen verbl\u00f6deten Leser des <a href=\"https://dev.twitter.com/blog\">Twitters Dev-Blogs</a> (also wahrscheinlich alle), denn eigentlich steht da: Die Nutzer n\u00e4her an die Inhalte bringen, die Twitter interessieren. Und das sind bekanntlich Werbung und der Content von Premium-Partnern, wie bspw. der New York Times, deren Artikel fortan <a href=\"http://blog.twitter.com/2012/06/experience-more-with-expanded-tweets.html\">direkt unter einem Tweet angeteasert</a> werden.</p>\n<p>Die Beweggr\u00fcnde daf\u00fcr sind nat\u00fcrlich offensichtlich: Twitter muss Geld verdienen und hat sich irgendwann mal dazu entschieden, das mit Werbung zu versuchen. Und diese sp\u00fclt umso mehr Dollars in die Tasche umso mehr Nutzer sie sehen. Also werden Twitter.com und die offiziellen Apps mit Discover-Tabs und Inline-Werbung zugepflastert. Im Gegensatz zu den Twitter-Clients der Drittanbieter: Klar, hier k\u00f6nnen Werbe-Tweets reingeschleust werden, aber kann man die Entwickler auch dazu zwingen, so schwachsinnige Funktionen wie eben das Discover-Tab so prominent zu platzieren, wie das in Twitters eigener iPhone-App der Fall ist? Wohl eher nicht. Und wenn ihr nicht f\u00fcr uns seid, seid ihr gegen uns.</p>\n<p>Marcel schl\u00e4gt also zu Recht <a href=\"http://uarrr.org/2012/06/30/brett-simmons-imagines-a-twitter-without-twitter/\">kostenpflichtige Pro-Accounts vor</a>, deren Nutzer dann nicht mit dem ganzen Werbebl\u00f6dsinn behelligt werden. Ich w\u00fcrde sogar soweit gehen: Twitter sollte die Nutzung von Drittanbieter-Clients ausschlie\u00dflich zahlenden Pro-Usern zug\u00e4nglich machen. So w\u00e4ren (bis auf die Werbeindustrie) alle gl\u00fccklich: Die Intensivnutzer, Twitters Finanzabteilung und die App-Entwickler. Andernfalls bzw. wenn alles so kommt wie jetzt angek\u00fcndigt, ist das den Entwicklern gegen\u00fcber ziemlich genau das, was <a href=\"http://daringfireball.net/\">Gruber</a> als &#8222;dick move&#8220; bezeichnen w\u00fcrde.</p>\n<p>Wenn iOS- und Mac-Entwickler Brent Simmons, der Mann hinter <a href=\"http://glassboard.com/\">Glassboard</a> und zuvor <a href=\"http://netnewswireapp.com/\">NetNewsWire</a>, nun also <a href=\"http://inessential.com/2012/06/29/matthew_on_twitter_restrictions\">eine Twitter-Alternative fordert</a>, ist das \u00fcberaus verst\u00e4ndlich. Wer <a href=\"http://scripting.com/\">Dave Winers Blog</a> liest, wird sowieso jeden zweiten Tag mit dem Gedanken konfrontiert. Nach Simmons w\u00fcrde sich eine Art Parallelsystem anbieten, die von den Drittanbietern zus\u00e4tzlich zum Twitter-Support integriert wird und die auf Basis von RSS und OPML Tweets und Follow-Informationen bereitstellt, ohne dabei eine zentrale Plattform zu ben\u00f6tigen. Sobald das System dann etabliert ist, sollte man den Twitter-Support rauswerfen und Dick Costolo &#038; Co. mit ihren Werbefuzzis allein lassen. Prinzipiell eine gute Idee, auch wenn die meines Erachtens technisch schwierig zu bewerkstelligen ist.<a href=\"https://eay.cc/2012/profitgier-essen-apps-auf/#footnote_0_20055\" id=\"identifier_0_20055\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\" Der RSS-Feed m&uuml;sste irgendwo gehostet werden (von einer dahinter liegenden Datenbank, die als Archiv f&uuml;r die eigenen Statusmeldungen &ndash; formerly known as Tweets &ndash; fungiert, mal abgesehen). Und das k&ouml;nnte dann wiederum der eigene Webspace sein (und w&uuml;rde unsere Eltern somit ausschlie&szlig;en), der einer zentralen Plattform (herzlichen Gl&uuml;ckwunsch, you created the next Twitter!) oder direkt auf Servern der App-Entwickler passieren (eigentlich gut, nur was ist, wenn der App-Entwickler pleite geht?) \">1</a> Hoffen wir also, dass es gar nicht erst soweit kommen muss.</p>\n<p>Andererseits: Microblogging wird ja auch total \u00fcbersch\u00e4tzt. Oder um es nochmal mit Grubers Worten zu sagen: &#8222;Twitter = Jackass of the Week&#8220;</p>\n<img decoding=\"async\" src=\"https://eay.cc/wordpress/count.php?url=https%3A%2F%2Feay.cc%2F2012%2Fprofitgier-essen-apps-auf%2F\" style=\"border:0;\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\" /><ol class=\"footnotes\"><li id=\"footnote_0_20055\" class=\"footnote\"> Der RSS-Feed m\u00fcsste irgendwo gehostet werden (von einer dahinter liegenden Datenbank, die als Archiv f\u00fcr die eigenen Statusmeldungen &#8211; formerly known as Tweets &#8211; fungiert, mal abgesehen). Und das k\u00f6nnte dann wiederum der eigene Webspace sein (und w\u00fcrde unsere Eltern somit ausschlie\u00dfen), der einer zentralen Plattform (herzlichen Gl\u00fcckwunsch, you created the next Twitter!) oder direkt auf Servern der App-Entwickler passieren (eigentlich gut, nur was ist, wenn der App-Entwickler pleite geht?) </li></ol>",
            "date_published": "2012-06-30T13:14:33+00:00",
            "date_modified": "2013-07-07T22:01:24+00:00",
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