Einträge, die “08/15” thematisieren

12 Jahre

Happy Blog-Birthday to me! Heute vor zwölf Jahren habe ich mit dem ganzen Zirkus hier angefangen (nachdem ich zuvor schon rund zwei Jahre ohne CMS ins Netz schrieb, wie ich ja schon beim 10 jährigen erzählte).

Um das zeitlich mal genauer einzuordnen: Am 13.01.2003 gab es weder Facebook, noch Twitter. Der iPod war erst ein halbes Jahr alt, der iTunes Music Store noch nicht da. Das iPhone wäre pure Science Fiction gewesen. Gerhard Schröder war Bundeskanzler, Duke Nukem Forever noch sieben Jahre vom Release entfernt. Der dritte Golfkrieg stand noch bevor, ebenso wie Lothar Matthäus’ dritte Ehe. Der zweite Harry Potter-Film lief gerade im Kino und Episode III war noch zwei Jahre entfernt.

Ich bin gespannt, was da noch alles kommt, geht und wie sich diese kleine, jetzt schon bizarre Zeitreise beim 20sten liest. Doch was auch immer kommen mag: Danke für’s Mitlesen! Auf die nächsten zwölf!

Your favorite tumblr for the next 5 minutes (41): Je suis Nico

Nach den Attentaten von Paris versammelten sich Hunderttausende um den Opfern dieses Wahnsinns in einem beeindruckenden Trauermarsch zu gedenken. Vorne mit dabei die politische Elite – und Nicolas Sarkozy. Frankreichs ehemaliger Präsident schummelte sich nämlich nach vorne, obwohl er dort gar nicht hätte sein sollen (so wie die Politikerinnen, wenn es nach dieser ultraorthodoxen Zeitung aus Israel geht). Klar, dass die peinliche Aktion von Twitter & Co. nicht unkommentiert blieb und innerhalb kürzester Zeit unter #JeSuisNico und in einem gleichnamigen Tumblelog weitere größenwahnsinnige Sarkozy-Bilder gesammelt wurden.

· am veröffentlicht 13.01.2015

The Projection List

Schicke Übersicht von Kino-, Video-, TV- und Trailer-Veröffentlichungsterminen. Leider nur für den US-Markt, aber das reicht ja oft schon. (via Cinematze)

· am verlinkt 12.01.2015

Die Entdeckung der Unendlichkeit

Basierend auf der Autobiografie von Jane Wilde Hawking, der ersten Ehefrau des weltberühmten Physikers, hat James Marsh das Leben von Stephen Hawking oder genauer gesagt ihr gemeinsames Leben verfilmt. So sehen wir die beiden bei ihrem Kennenlernen in den 1960ern, beim Ausbruch von Stephens Krankheit, seinen beruflichen Erfolgen, der Geburt ihrer Kinder, und der stetigen Verschlechterung des Zustands des Physikers. Und wie die junge, “ganz normale Familie” damit umgeht.

Dabei ist der 31 jährige Eddie Redmayne als Stephen Hawking schlichtweg überragend. Er meistert es, die schwere, schwierig darzustellende Erkrankung angemessen zu verkörpern und dennoch den Eindruck von Hawkings unbändigem Geist zu vermitteln. Felicity Jones daneben als seine bezaubernde und bezaubernd leidende Ehefrau. Auch die eigentlich recht undankbare Rolle von Charlie Cox gerät überzeugend und unpeinlich. Wie hier ein halbes Menschenleben auf 123 Minuten geschrumpft wird, ist – gespickt mit würdevollem Humor und fantastisch untermalt von Jóhann Jóhannssons Score — fast makellos.

Wenn sich der Film einen Kritikpunkt gefallen lassen muss, dann ist es der, dass wir ziemlich wenig über Hawkings Arbeit erfahren, obwohl sie ständig präsent ist. Denjenigen, die nicht um die Person Hawkings wissen, dürfte es überdies schwer fallen, überhaupt Zugang zur Entdeckung der Unendlichkeit zu gelangen.

Alle anderen sehen die fast perfekte Verfilmung eines außergewöhnlichen Lebens, einer außergewöhnlichen Liebe und außergewöhnliches Schauspiel.

EMDb – Rating: 4,5/5

Understanding the Video Essay

Im letzten Jahr habe ich mich ein bisschen in das Format des Video-Essays verguckt. Ich glaube, dass diesem Internet-originären Format noch eine rosige Zukunft bevorsteht und überlege schon länger, wie und wofür ich es selbst mal einsetzen kann.

Der von der Times als “King of the Video Essays” geadelte Kevin B. Lee hat sich nun im Auftrag des Arthouse-Streaming-Anbieters Fandor mal ganz grundsätzlich mit Video-Essays beschäftigt, welche Vor- und Nachteile das Format hat und wohin die Reise geht. Natürlich auch als Bewegtbildabhandlung:

 
(YouTube Direktlink)

Lee bezieht sich dabei ausschließlich auf die filmbezogenen Essayisten wie Tony Zhou, wobei ich persönlich gerade die Video-Essays toll finde, die sich gänzlich anderer Themen widmen, z.B. umstrittenen Videospielentwicklern. Doch so oder so: Ich will mehr davon!

· am veröffentlicht 09.01.2015

Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere

Bekanntlich kann ich mit dem “Herr der Ringe”-Kosmos nicht allzu viel anfangen. Dennoch fiel mein Urteil zum ersten Hobbit gut, zum zweiten sogar noch besser aus. Anscheinend nur, um mit der Schlacht der fünf Heere wieder auf den Boden der Fantasy-Realität zurückgeholt zu werden, denn vom dritten und letzten Teil von Peter Jacksons Filmadaption von J.R.R. Tolkiens kleinem Hobbit war ich alles andere als angetan.

Das fängt gleich zu Beginn des 144 Minuten langen Finales an: Smaug, der mächtige, böse Drache, auf den wir letztes Jahr 161 Minuten hinfiebern mussten, erweist sich jetzt in den gefühlten ersten fünf Minuten als doch gar nicht so mächtig und segnet auch gleich das Zeitliche. Es folgt das Vorspiel des Showdowns in typischer HdR-Manier, um dann in der chaotischsten und am schlechtesten inszenierten Schlacht der Filmgeschichte zu enden.

Wenn man sie denn überhaupt so nennen darf, denn die Inszenierung ist katastrophal: Truppen der Zwerge, Elben, Orks & Co. laufen ineinander, um sich dann in einem unübersichtlichen CGI-Geplänkel zu verlieren. Kampf- und vor allem Schlachtchoreographie geht anders, siehe z.B. Game of Thrones’ The Watchers on the Wall. Haben sich dann wohl auch Jackson und seine Mannen gedacht, indem sie immer wieder zwischen vergleichsweise lahmen und von der eigentlichen Schlacht losgelösten Einzelkämpfen hin und her springen. Nein, davon habe ich mir deutlich mehr erwartet. Dass dann auch noch diverse Handlungsstränge ins Leere laufen oder gar nicht mehr aufgegriffen werden, macht dann zwar auch keinen Unterschied mehr, ist aber für die 474 Minuten umfassende, also fast acht Stunden lange Verfilmung eines 336-Seiten-Buches ziemlich bezeichnend.

Was mich aber richtig genervt und erschrocken hat: Dass die blutrünstige Schlacht verfeindeter Völker so gewollt familienfreundlich war. Zwar sehen wir andauernd, wie Orks geköpft oder halbiert werden, Blut fließt dabei aber keines. Versteht mich nicht falsch: Ich bin kein Gorehound, aber wenn hier schon Kehlen durchtrennt und Schwerter in Menschen wie Messer in Butter geschwenkt werden, dann hat das auch entsprechend schmerzhaft auszusehen. Sonst funktionieren auch die Heldentode überhaupt nicht, wie man hier eindrücklich sieht. Und generell: Das vermittelt den jüngeren Zuschauern, von denen sehr viele mit uns im Kino saßen, doch ein völlig falsches Bild und bagatellisiert Mord und Totschlag.

Die Disneyfizierung des Kriegs. In ultrarealistischer Bildrate. Na bravo.

EMDb – Rating: 1,5/5

Religion (und so manch andere Weltanschauung) ist Wahnsinn im Kleide der Rationalität, Satire und Komik Rationalität im Kleide des Wahnsinns.

Tim Wolff, der Chefredakteur der Titanic, beschreibt treffend, was es mit Religion und Satire auf sich hat, als er festhält, dass weiter gewitzelt werden muss.

· am zitiert 08.01.2015
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